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17.06.2015

10:42 Uhr

Die Chef-Beraterin

Bei Geheimratsecken hört der Spaß auf

Männer stecken locker weg, wenn man sie auf ihren Bauchansatz anspricht oder die unmögliche Krawatte, die sie tragen. Aber wenn es um eine beginnende Glatze geht, Geheimratsecken, dann ist Schluss mit lustig.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Der Spaß hört bei den Haaren auf. Angeblich hat jeder zweite Mann damit zu kämpfen und nicht jeder sieht dann aus wie Bruce Willis oder Yul Brynner. Somit ein sensibler Punkt – den im Übrigen die meisten Frauen gar nicht verstehen.

Ich bin ja heute noch davon überzeugt, dass Sean Connery als James Bond noch besser rübergekommen wäre ohne sein Kunstzeug auf der Birne. Aber gut.

Andererseits: Warum sollten Männer keine Problemzonen haben? Und weil jede Problemzone eine Lösung verlangt, wird geliefert. Ich sage nur Einzelhaar- Translation. Der Renner unter Männerköpfen!

Da wird vom Hinterkopf einfach was weggenommen, nicht vom Kopf, sorry vom Haar, und auf den Vorderkopf geknallt beziehungsweise eingepflanzt. Ganz grob gesprochen. Ich finde das mehr als legitim. Wenn es mich als Mann so sehr stört und ich mir das leisten kann, warum nicht? Der Markt dafür steigt auf jeden Fall.

Aber wie geht man damit um, wenn der Arbeitskollege, der Geschäftspartner auf einmal volles Haar hat und wir schwören könnten, dass da vorher nichts war? Es ist ja auch so, dass einen niemand auf diese Situation vorbereitet! Die Assistentin nicht, der Pförtner nicht, niemand.

Und genau das ist mir passiert. Termin mit Herrn X. Die Tür geht auf, er kommt herein, und ich falle innerlich fast vom Stuhl. Völlige Veränderung – von heute auf morgen! Es war keine harmlose ‚Verdichtung‘, die hätte mich ja nicht so aus der Fassung gebracht, wenn ich die überhaupt bemerkt hätte. Nein, es war ziemlich massiv, das mit dem neuen Haar.
Aber es sah gut aus. Wirklich. Und natürlich hat er sich auch nicht wie Jürgen Klopp verhalten, so nach dem Motto „ja, Guten Tag - es stimmt, ich habe mich einer Haartransplantation unterzogen…“ Natürlich nicht . Warum auch?

Was macht man da jetzt? Ich habe mich für das Ignorieren entschieden. Was mir sehr schwer fiel, noch schwerer als nicht dauernd auf seinen Kopf zu starren. Fand ich im Nachhinein auch ziemlich dröge von mir.

Kommentare (1)

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G. Nampf

17.06.2015, 11:28 Uhr

Es ist immer wieder erstaunlich, wo die eigentlichen Probleme dieser Kaste liegen, die sich selbst "Chefs", "Entscheider" oder "Manager" nennen. Offensichtlich gibt es in den Führungsetagen keine anderen Probleme. Hauptsache die Frisur/Krawatte/feiste Grinse-Grimasse sitzt, alles andere ist egal.

Ich halte diese Kolumnen (nicht nur diesen Artikel) für genauso überflüssig wie 3/4 dieser "Führungskräfte", das heißt super-überflüssig!

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