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30.09.2015

13:16 Uhr

Die Chef-Beraterin

Die Crux mit der Telefonkonferenz

Woran liegt es nur, dass Telefonkonferenzen oftmals so daneben gehen? Entweder reden alle durcheinander oder einer quasselt nur und alle anderen dämmern weg. Doch Telcos müssen weder im Tiefschlaf noch im Chaos enden.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Forschung sagt: Wir glauben einer tiefen Stimme mehr als einer hohen. Jemand, der selten spricht, erhält mehr Aufmerksamkeit, wenn er etwas sagt, als einer, der ständig redet. Eine Stimme, die wir gut kennen, können wir leichter ignorieren als eine, die wir zum ersten Mal hören. Böse Falle.

Und worum handelt es sich, wenn ich nichts sehe, aber viel höre? Um eine Telefonkonferenz. Nicht gerade das Lieblings-Tool von Mitarbeitern, aber leider nicht zu vermeiden. Nur machen die wenigstens was daraus. Stimme wird unterschätzt. An der Stimme kann man nichts ändern, so heißt es doch.

Wir kennen zwei Varianten von Telefonkonferenzen: Erstens solche, bei denen einer spricht, während einer nach dem anderen langsam wegdämmert. Zweitens die, bei denen alle gleichzeitig sprechen und die auf dem schnellsten Weg ins Chaos führen. Dass beide auch von der Qualität der schnöden Technik beeinflusst werden, lasse ich außen vor. Woran liegt’s sonst, dass Telefonkonferenzen oftmals so daneben gehen?

Wer am meisten zu sagen hat, moderiert den Call. Ein schwieriger Job: Er muss die unsichtbare Meute im Griff haben, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer sichern, nachharken, moderieren. Nicht einfach, wenn man nichts sieht. Und wenn niemand was sagt, hört man auch niemanden. Auch noch.

Das Zermürbendste überhaupt: Ihr Publikum könnte tief und fest schlafen, einen Liebesroman schreiben oder die Steuererklärung machen – wenn keiner blöd genug ist, seinen Status zu twittern, kriegen Sie es nicht mit. Was ist die Folge? Sie leiern Ihren Vortrag so vor sich hin. Ein Teufelskreis. Das geht gar nicht!

Zuerst überlegen Sie sich gut, ob die Telefonkonferenz wirklich das Präsenzmeeting ersetzen kann. Versuchen Sie erst gar nicht größere Konflikte am Telefon zu bearbeiten - es ist zum Scheitern verurteilt, diese Situationen brauchen Präsenz.

So verhasst sie bei den Kollegen sind, so beliebt sind Telefonkonferenzen beim Management. Sie sind billiger als Präsenzmeetings. Und sie erfüllen das Protokoll – gesagt ist gesagt, was der Einzelne draus macht, bleibt ihm selbst überlassen. Macht aber nichts. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, Telefonkonferenzen weder im Tiefschlaf noch im Chaos enden zu lassen. Das Zauberwort ist: Voice Power.

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