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07.10.2015

15:08 Uhr

Die Chef-Beraterin

Dresscodes sind keine Schikane

Notorische Dresscode-Verweigerer gibt es viel zu viele. Doch wer den Dresscode ignoriert, fällt nicht nur unangenehm auf – er ist auch unhöflich und verweigert dem Gastgeber den nötigen Respekt. Das geht gar nicht!

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Oktober. Die Saison beginnt: Hier ein Event, dort die eine Gala – die Einladungen häufen sich. Frau Leipzig, Managing Partnerin einer großen Beratungsgesellschaft, kann man zu jeder Party, zu jeder Einweihung, zu jeder Gala schicken. Sie kennt die Regeln: Wünscht der Gastgeber einen bestimmten Dresscode – sie löst ihn ein. Ohne mit der Wimper zu zucken. Alles andere empfindet sie als unhöflich und respektlos. Recht hat Frau Leipzig.

Im Gegensatz zu ihren Kollegen, die sich manchmal eben nicht daran halten, weiß sie, dass Dresscodes keine Schikane des Gastgebers sind, sondern das Gegenteil der Fall ist: Dresscodes dienen dazu einen Abend in Balance, harmonisch, fließend, zu gestalten.

Und weil Frau Leipzig das weiß, hält sie sich an den Dresscode – oder sie bleibt zu Hause. Ganz einfach. Sie bekam einmal eine Einladung zu einem Event. Dresscode: White Dinner. Sie mag kein Weiß, wollte sich auch nichts extra kaufen. Also hat sie abgesagt und Blumen geschickt.

Nichts Besonderes? Von Spitzenpersonal anzunehmen, dass es Dresscodes beherrscht und einhält? Nun ja. Jedenfalls trägt Frau Leipzig an diesem Wochenende ein langes bordeauxfarbenes Abendkleid. Weil auf der Einladung der Dresscode vorgegeben war: black tie. Das heißt für die Herren Smoking, für die Damen langes Abendkleid. Frau Leipzig hat das verstanden. Die Mehrzahl der anwesenden Frauen auch (von Frauen erwartet man da sowieso eher mehr als weniger).

Die anwesenden Männer zeigten weniger Stilsicherheit. Richtig viele. Und da sind viele, viele Partner großer Gesellschaften dabei. Das nur mal am Rande. Denn ginge es nach den Männern, zumindest nach den meisten, dann wäre der Smoking – wie sagt man beim Auto? Produktion eingestellt! – ja eingestellt. Schon längst!

Da das nicht passieren wird, versuchen sie es mit Nichtbeachtung. Viele Männer ignorieren den Dresscode (hier war es nun mal der Smoking, aber man kann ja so ziemlich alles ignorieren). Mit dem Ergebnis: Sie fühlen sich unwohl („...so große Events sind so gar nicht mein Ding....“). Kann ich verstehen. Wenn ich zu einer Motto-Party eingeladen bin und die Einzige bin, die sich nicht dran hält, fühle ich mich auch unwohl (siehe Frau Leipzig beim White Dinner).

Kommentare (1)

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Herr Max Hollister

07.10.2015, 16:46 Uhr

Wer sich an Dresscodes hält hat doch die Kontrolle über sein Leben verloren!
Ich wünschte, die Dresscode geplagten würden etwas lockerer werden und Respekt auf andere -ehrlichere Weise zeigen. Mir jedenfalls ist es lieber, jemand kann zuhören und verhält sich respektvoll als die vielen Egomanen und Choleriker, die meinen, hübsch angezogen reicht doch - da kann man sich dann benehmen wie die Sau.

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