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21.01.2015

16:30 Uhr

Die Chef-Beraterin

Geteilte Freude – doppeltes Leid

Männer kaufen ungern ein. Deshalb zwingen sie ihre Frau mitzukommen. Oder sie geht gleich allein und kauft. Oder Männer lassen sich von Verkäufern einlullen. Das Ergebnis? Grauenvoll! Ein Plädoyer für Selbstständigkeit.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Was schenken Männer mit schlechtem Gewissen ihrer Frau? Parfüm. Hochzeitstag vergessen? Das Auto zu Schrott gefahren? Sonstigen Unfug getrieben? Es gibt nichts, das noch nicht mit einer Flasche Chanel No5 ausgebügelt worden wäre. Dieses Gerücht hält sich ja hartnäckig. Aber auch ohne schlechtes Gewissen. Wenn einem mal gerade gar nichts einfällt, eben mal im Duty Free Shop einen hübsch verpackten Flakon. Gähn! Das geht gar nicht!

Und weil sich dieses Gerücht hält, sind Frauen bei einem Parfum nicht ganz so aus dem Häuschen wie Mann gemeinhin denkt. Und so wenig sich Frauen über Parfum freuen, so wenig freut sich ein Mann, einkaufen zu gehen. Gut. Diese Überleitung ist weit hergeholt, aber auf jeden Fall wahr. Und Männer kaufen nun mal ungern ein.  Klamotten. Kleidung. Tragbares sozusagen. Es gibt natürlich Ausnahmen.

Und die bestätigen nur die direkt ins Auge fallende Regel. Die Gründe sind schon viel diskutiert und eigentlich auch unerheblich. Fest steht, dass sie es nicht gern tun. Ich kann das verstehen. Wenn ich hinterher nicht besser aussehe als vorher, hätte ich auch keine Lust dazu.

Deshalb zwingt der Mann ja auch seine Frau mitzukommen. Geteilte Freude, doppeltes Leid Oder die Frau  geht gleich allein und kauft. Was die Sache oftmals auch nicht besser macht. Oder man verlässt sich auf die Verkäufer. Da steht dann der Mann in einem zu großen Anzug zwischen Kleiderständern (und wenn ich zu groß schreibe, dann meine ich zu groß). Er sieht aus, als hätte man bei ihm gerade die Luft raus gelassen, fühlt sich unwohl und fragt den Verkäufer: "Passt der?" Und was macht der Verkäufer? Ohne mit der Wimper zu zucken, ein Schritt nach vorne, wahlloser Griff an die Schulter: "Der passt!" Sie merken: Das ist der Anfang von Ende eines guten Kaufs. Leider. Aber oft  heißt ja nicht immer.

Und weil Männer keinen Spaß an Wühltischen, vollen Kaufhäusern und engen Umkleidekabinen haben (Frauen eigentlich auch nicht - aber wir sind da härter),  aber eitel sind und gut aussehen wollen, hier eine gute Grundlage zur Steigerung der Wahrscheinlichkeit auf einen guten Kauf, mit einfachen Mitteln. Bereit? Also los.

Machen Sie ein Experiment, gehen Sie einfach mal ohne Ihre Frau einkaufen. Ja. Ganz allein. Nur Sie und Ihre Kreditkarte. Gehen Sie auf keinen Fall in ein Kaufhaus, aber gehen Sie auch nicht hungrig los. Suchen Sie einen Herrenausstatter. Lassen Sie sich Zeit. Bleiben Sie ruhig.  Denken Sie positiv.  Als erstes checken Sie die Verkäufer. Die sollten im besten Fall so gekleidet sein, wie Sie oder wie es Ihnen gefallen könnte. Die Verkäufer sind außerdem sympathisch. Nehmen Sie keine Frau, schon gar keine gutaussehende - die verwirrt nur unnötig und lenkt ab und dreht Ihnen weiß Gott was an. In einem guten Geschäft lässt man Sie in Ruhe schauen, fragt aber selbstverständlich, ob Sie Beratung wünschen. Ein guter Verkäufer fragt übrigens auch  (obwohl er es auf den ersten Blick sieht), was Sie schon im Kleiderschrank haben.

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