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24.06.2015

10:25 Uhr

Die Chef-Beraterin

Neuer Name, Karriere beendet?

Nur fünf Prozent der Männer nehmen den Namen ihrer Frau an. Und das auch nur, wenn es triftige Gründe gibt. Wer es tut, hinter dessen Rücken wird im Büro mächtig getuschelt. Das geht gar nicht!

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Im Laufe eines Arbeitslebens erlebt man einiges – Bücher mit Titeln wie „Der tägliche Wahnsinn“ oder „Kollegen und andere Tiere“ füllen die Regale und Online-Kataloge. Was jeder sicherlich schon mehr als einmal erlebt hat: Viele Frauen heißen irgendwann anders. Jahrelang Frau Rose, jetzt auf einmal Frau Stiehl. Nichts Ungewöhnliches.

Vor Kurzem erst wieder ein Telefonat mit der Assistentin eines langjährigen Klienten: „Oh, Sie haben einen neuen Namen – darf ich Ihnen gratulieren?“ – „Sie dürfen gerne gratulieren, ich hatte eine glückliche Scheidung.“ Manch eine heiratet natürlich auch.

Ob Hochzeit oder Scheidung, so einen Namenswechsel bei Frauen nimmt man gelassen hin. Immerhin werden allein in Deutschland jedes Jahr fast 400.000 Ehen geschlossen. Und in 80 Prozent dieser Eheschließungen sind es die Frauen, die den Namen des Mannes annehmen.

Und die anderen? Nun. 15 Prozent behalten beide Namen – jeder für sich oder in der Variante eines Doppelnamens. Immerhin: Fünf Prozent der Männer nehmen den Namen ihrer Frau an. Gabriele Rodrígez, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig, sagt: „Männer sind immer mehr gewillt den Namen der Frau anzunehmen.“ Die Gründe seien vielfältig: Der Mann hat einen sehr häufig vorkommenden Namen (spontan denkt man an Müller, Meier, Schmidt), sein Name gefällt ihm nicht (das muss dann schon ein ganz schlimmer Name sein), der Name der Frau klingt besser, hat ein höheres Ansehen (adelig?) oder der Name der Frau ist „vom Aussterben bedroht“ (das muss dann aber wirklich ein sehr bedeutsamer Name sein).

Wie auch immer: Für einen Mann bedarf es offenbar gewichtiger Gründe, um den Familiennamen aufzugeben und gegen den seiner Frau einzutauschen. Während sich die Frau Maienscheins dieser Welt also nach ihrer Hochzeit doch schweren Herzens mit Frau Klemm ansprechen lassen, würde sich dank eines prominenten Namensvetters einer vielleicht sogar hierzulande überlegen, ob er wirklich nicht mehr als „Herr Deppidol“ angesprochen werden möchte.

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