Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2016

11:31 Uhr

Die Chef-Beraterin

Selbstdarsteller sind Menschen mit Haltung

Wem würden Sie etwas abkaufen? Wahrscheinlich demjenigen, der es am besten verkauft. Warum soll man sich also nicht selbst so gut wie möglich verkaufen – also sich selbst darstellen?

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Das Wort „Selbstdarsteller” ist ziemlich negativ behaftet. Ein Selbstdarsteller hat eigentlich keinen besseren Ruf als ein Heuchler oder Angeber. Immer hört man: Sei doch nicht so ein Selbstdarsteller.

Wikipedia sagt dazu: „Selbstdarstellung ist eine Inszenierungsstrategie, um ein bestimmtes Ansehen bei anderen herzustellen. Ziel ist die Inszenierung eines erwünschten Selbst mit der wesentlichen Funktion, den sozialen Einfluss zu vergrößern. Daher steuern, beeinflussen und kontrollieren Individuen in sozialen Interaktionen den Eindruck, den sie auf andere Personen machen. Typische Medien der Selbstdarstellung sind die inhaltliche Gestaltung von Aussagen, gleichermaßen auch das nonverbale Verhalten und das Erscheinungsbild.

Der im Deutschen gebräuchliche und eher abfällige Begriff des Selbstdarstellers hat mit Selbstdarstellung als sozialpsychologischem Verhalten insofern zu tun, als Selbstdarsteller bestimmte Techniken und Strategien der Eigenwerbung übertreiben.“

Ich erlaube mir mal die Frage: Warum soll ich mich eigentlich nicht selbst darstellen? Wer soll mich denn sonst darstellen? Und: Wen oder was soll ich denn sonst darstellen, wenn nicht mich selber? Ich wirke doch sowieso (und das kann ich noch nicht mal ändern). Dann doch lieber so, wie ich gesehen werden möchte. Zumindest kann ich es ja versuchen. Dann lieber gut als mittelmäßig. Lieber unterhaltsam als langweilig.

Ich mag Selbstdarsteller. Ich finde Selbstdarstellung nicht unethisch. Selbstdarstellung hat nichts mit Unehrlichkeit oder gar Täuschung zu tun. Wem kaufe ich denn etwas ab? Demjenigen, der es mir am besten verkauft. Demjenigen, der mir das beste Gefühl gibt. Dem, genau dem kaufe ich das Produkt oder sogar die Lösung meines Problems ab. Das ist auch derjenige, der quasi sich selbst verkauft. Und den verwechseln wir bitte nicht mit dem, der sogar seine Großmutter verkaufen würde.

Es gibt überhaupt keinen Grund sich nicht selbst darstellen.

Manchmal muss man sogar ein Selbstdarsteller sein. Da kann man nicht bescheiden im Hintergrund agieren. Da muss man nach vorne. Ja. Muss. Da hilft es nämlich nicht sich zu verstecken. Im Business wie privat. Für einen Kollegen, für eine Sache, fürs Unternehmen – vielleicht sogar für sich selbst. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem Sie etwas vertreten müssen. Vielleicht müssen Sie sogar einen Eindruck hinterlassen. Das ist dann Selbstdarstellung.

Aber eines nicht vergessen: Zur Selbstdarstellung gehört für etwas aufzutreten. Nicht nur sich zu verkaufen. Das wäre dann nämlich einfach nur eitel. Selbstdarsteller aber sind Menschen mit Haltung, Plan und Methode.

Das wollen Sie doch auch, oder?

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und 55dresscodeberater.de. Außerdem ist sie Autorin.

Von

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×