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29.07.2015

14:24 Uhr

Die Chef-Beraterin

Urlaub macht nur Stress

Mit Urlaubsvertretungen ist das so eine Sache. Die Übergabe ist eine leidige Sache, selten läuft später alles glatt oder es wird einfach anders gemacht als sonst. Über die Leiden der Urlaubenden und ihrer Vertretungen.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Herr H. ist im Stress. Das liegt daran, dass er ab nächster Woche Urlaub hat. Zuviel muss vorher erledigt werden. Zumal er für seine Urlaubsvertretung alles gut vorbereiten möchte. Heute ist sein letzter Arbeitstag. Deshalb will er noch den Report fertig machen, das Angebot rausschicken; zu kompliziert wäre es, die Kollegin in diesen ganzen Vorgang einzuarbeiten.

Einige Mails müssen unbedingt beantwortet werden, 27 andere auf Wiedervorlage gesetzt oder weitergeleitet werden. Das Einrichten der Abwesenheitsnotiz darf er dieses Mal auf keinen Fall vergessen, seine Reisekostenabrechnung vom letzten Monat ist nicht fertig und mit seinem Chef wollte er auch noch sprechen.

Und dann graust ihm vor Frau U., die leider wieder seine Urlaubsvertretung übernommen hat – ach, die Übergabe mit ihr steht ja auch noch an. Die macht er am besten jetzt gleich. Lästig. Hätte er eigentlich schon gestern hinter sich bringen können. Wenn es ihm nur nicht immer so vorkäme, als sei die gesamte Übergabe sowieso in den Wind geblasen.

Er weiß noch, wie er im vergangenen Jahr am ersten Tag nach seinem Urlaub gut gelaunt und ausgeruht zurückgekommen war. Nach und nach kamen dann die Bemerkungen, dass dieses und jenes total schwierig zu finden gewesen sei, was er vergessen habe, etc. Sie sei ja Stunden damit beschäftigt gewesen, einen Vorgang zu suchen, ohne den es ihr schlicht unmöglich gewesen sei, sich einen Überblick zu verschaffen. Was er sich um Himmels Willen dabei gedacht habe, Vorgang X dort abzulegen, wo er ihn abgelegt hatte?

Nach Meinung von Frau U. arbeitet Herr H. unstrukturiert; es sei bei dieser Arbeitsweise kein Wunder, dass Herr H. so viele Überstunden mache. Das hört er aber nicht von ihr, sondern über Kollegen, bei denen sie sich ausgelassen hat. Das geht gar nicht!

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