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22.03.2017

15:35 Uhr

Die Chef-Beraterin

Warum ein guter Anzug so wichtig ist

Ein guter Anzug ist eine Investition in die eigene Karriere. Doch echte Qualität erkennt man nicht am Preis. Wer bei der Wahl von Stoffen und Schnitt auf die Details achtet, wird reich belohnt.

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Die Chef-Beraterin

Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Einen guten Anzug erkennt man nicht unbedingt am Preis. Wie sage ich immer? Der Schnitt ist auf jeden Fall entscheidend. Klar, für 150 Euro können Sie nicht sooo viel erwarten – eigentlich nichts. Aber angefangen bei 400 bis 600 Euro auf einer nach oben offenen Skala müssen Sie schon genauer hinschauen, um die Spreu vom Weizen zu trennen: das Synthetik-Futter von der Seide, das Mischgewebe von der feinen Wolle, den hochwertigen Schnitt vom 08/15-Schlabber.

Auf den ersten Blick kann es schon sein, dass Sie vor einer ganzen Batterie identischer Anzüge in den Farben Marine, Schwarz und Anthrazit stehen. Die Unterschiede in der Qualität zeigen sich aber sehr wohl. Es kommt auf die Details an.

Wer bei der Anzugwahl auf die Details achtet, wird reich belohnt: Mit einem Anzug, an dem er viele Jahre Freude hat. Allein schon, weil der Schnitt eben nicht irgendwelchen kurzlebigen Trends folgt, sondern zeitlos-elegant ist; und weil der Anzug nicht nach dem zweiten Tragen schon fusselig wird oder nach einer Stunde Sitzen abgetragen aussieht.

Ein guter Anzug ist eine Investition, die sich lohnt, selbst wenn man kein großes Budget hat. Und damit die Investition keine Fehlinvestition wird, lässt man sich beim Anzugkauf am besten professionell beraten. Nun habe ich diese Leistung kürzlich einer namhaften Agentur angeboten – um postwendend zu die Antwort zu erhalten: „Danke, wir haben einen Herrenausstatter unter unseren Kunden.“

Liebe Leser: Ich habe das im Schnellcheck überprüft. Die Jungs sehen top aus. Die haben aber auch nicht nur einen Herrenausstatter unter ihren Kunden, sondern gleich mehrere für verschiedene Anlässe, und auch einen Spezialisten für Übergrößen. Und irgendwie auch einen coolen Style. Wenn die mal Input brauchen, stehe ich natürlich zur Verfügung. Aber so auf Anhieb kann ich nur zustimmen: Die kommen klar.

Wer aber denkt, der Herrenausstatter an der Hand ersetzt den Dresscode-Berater, dem muss ich leider sagen: weit gefehlt. Wie Sie wissen, sitzt mein Unternehmen in Frankfurt auf der Goethestraße. Der Herrenausstatter Anson’s, den ich wirklich sehr schätze, befindet sich nur einen Steinwurf von meinem Fenster im Einkaufszentrum „MyZeil“. Anson’s stattet bekanntlich viele aus, was ich sehr gut finde. Allein fünf Vereine der ersten Fußball-Bundesliga gehören zu den Kunden des Hauses.

Aber sind die Repräsentanten dort dann immer top gekleidet? Ich melde Zweifel an. Aktueller Anlass dieser Zweifel ist der seltsame Wandel des Heribert Bruchhagen, seines Zeichens langjähriger Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt (ausgestattet von Anson’s), seit ein paar Monaten in gleicher Funktion beim Hamburger Sportverein (ebenfalls ausgestattet von Anson’s).

Ich sag’s mal so: Ein insgesamt positives Bild, das sogleich völlig zerstört wird von einem grauenhaften Anzug. Unfassbar. Eigener Kommentar: „Der Rock ist eng, aber er hält warm.“ Ja, liebe Leute, warum denn, um Himmels willen? Das geht gar nicht!

Mein Vorschlag: Nehmen Sie doch einfach für die Lizenzspieler gern die Anzüge von der Stange, die haben Model-Maße und bleiben oft nur eine Saison, da geht das schon. Aber die Funktionäre in repräsentativer Funktion, die können Sie doch vom Maßschneider – oder wenigstens in Maßkonfektion – ausstatten lassen. Oder Sie nehmen ihren Dresscode-Berater mit zu Anson‘s.

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

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