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19.07.2013

16:35 Uhr

Dienstleistungskonzern

Bilfinger sucht Übernahme-Ziel im US-Energiesektor

Bilfinger fasst den Energiesektor der USA ins Auge. Das Unternehmen will einen Kauf in einer dreistelligen Millionenhöhe tätigen und dabei vom Aufschwung in den Vereinigten Staaten profitieren.

Um von dem Boom in den USA zu profitieren, hatte Bilfinger bereits Mitte 2012 die Firma Westcon übernommen, die Schiefergas transportiert, verarbeitet und lagert. dpa

Um von dem Boom in den USA zu profitieren, hatte Bilfinger bereits Mitte 2012 die Firma Westcon übernommen, die Schiefergas transportiert, verarbeitet und lagert.

StuttgartDer Bau- und Industriedienstleistungskonzern Bilfinger hat auf der Suche nach Übernahmezielen in den USA vor allem den Energiesektor im Visier. Die Vereinigten Staaten seien ein äußerst interessanter Wachstumsmarkt für Bilfinger, erklärte Vorstandschef Roland Koch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

„Wir wollen unser Geschäft dort ausbauen, auch durch weitere Akquisitionen. Dabei befassen wir uns vor allem mit Unternehmen, die Dienstleistungen in den Bereichen Industrie, Energie sowie Öl und Gas anbieten“, ergänzte er.

Der Mannheimer Konzern ist auf den Bau von Komponenten für Kraftwerke und Industrieanlagen sowie auf deren Wartung spezialisiert. Bilfinger setzt auf Zukäufe, um das Konzernergebnis bis 2016 auf rund 400 Millionen Euro von 275 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu steigern. Bis Ende 2014 sollen noch 850 Millionen Euro ausgegeben werden.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Finanzvorstand Joachim Müller hatte im Juni gegenüber der „Börsen-Zeitung“ erklärt, ein strategisch bedeutsamer Kauf in der Größenordnung von 250 bis 300 Millionen Euro könne dem Unternehmen guttun. Als Zielregionen habe der Konzern Asien und die Vereinigten Staaten im Blick. Doch ließen sich Übernahmen in den USA schneller realisieren, und die bereits gekauften Töchter dort trügen derzeit überproportional zum Ergebnis bei.

Die größte Volkswirtschaft der Welt wächst derzeit stärker als viele andere westliche Industriestaaten. Eine zentrale Rolle spielt dabei nach Einschätzung von Bilfinger die Erschließung von Schiefergas im Norden und Osten der USA. Bereits heute setzen die USA in großem Stil auf das umstrittene „Fracking“, mit dem Gasvorkommen in der Erde mit Hilfe von Chemikalien gewonnen werden.

Um von diesem Boom zu profitieren, hatte Bilfinger bereits Mitte 2012 die Firma Westcon übernommen, die Schiefergas transportiert, verarbeitet und lagert. Die Gaspreise sind dort auf einen Bruchteil des deutschen Niveaus gefallen. Um davon zu profitieren, baut unter anderem die Chemie-Industrie – eine der wichtigsten Kundenbranchen von Bilfinger – ihre Kapazitäten in den USA aus.

Zudem sehen die Mannheimer viel Geschäftspotenzial im Kraftwerksbau, da die Energieproduktion nach Schätzungen der US-Regierung von 2010 bis 2040 um 30 Prozent steigen könnte.

Von

rtr

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