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04.02.2014

14:39 Uhr

DIHK-Befragung

Deutsche Firmen zurückhaltend bei Investitionen

Viele Unternehmen halten sich mit Investitionen und Einstellungen zurück, obwohl die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so gut wie lange nicht mehr ist. Nur wenige wollen mehr Mitarbeiter einstellen.

Industrieschornsteine in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erhöht seine Wachstumsprognose auf zwei Prozent. dpa

Industrieschornsteine in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erhöht seine Wachstumsprognose auf zwei Prozent.

BerlinDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so gut wie lange nicht mehr. Weil Firmen ihre aktuelle Lage und ihre Geschäftsaussichten günstiger bewerten, erhöhte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Dienstag seine Wachstumsprognose für die Bundesrepublik auf 2 Prozent von zuvor 1,7 Prozent. Allerdings halten sich viele Unternehmen mit Investitionen und Einstellungen zurück. Ein Grund ist dem Verband zufolge die Verunsicherung wegen der Energie- und Rentenpläne der neuen Regierung. Nicht nach Wunsch lief es im vergangenen Jahr bei den deutschen Maschinenbauern, die etwas weniger Aufträge erhielten.

„Einiges von dem, was die Bundesregierung dabei ist, auf den Weg zu bringen, ist dazu angetan, wirtschaftliche Entwicklungen zu verlangsamen“, kritisierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Wenn die Regierung bei ihren Plänen für Mindestlohn, Rente mit 63, Mütterrente und bei neuen Lasten für Firmen im Zuge der Energiewende bleibe, werde es einem Bremseffekt geben. „Aber das Jahr 2014 kann davon noch verschont bleiben.“ Für das kommende Jahr gab er keine Prognose ab.

Basis für die optimistischere Konjunktureinschätzung ist eine DIHK-Umfrage unter mehr als 27.000 Firmen zu Jahresbeginn. Bei den Geschäfts- und Exporterwartungen gab es höchsten Werte seit zweieinhalb Jahren. Inzwischen gehen 89 Prozent der Firmen und damit zwei Punkte mehr als im Herbst davon aus, dass ihre Geschäfte in nächster Zeit stabil bleiben oder sich verbessern. Ihre Geschäftslage halten 91 Prozent für befriedigend oder gut. Beim Export rechnen 37 Prozent mit Steigerungen.

Dass die Investitionen wie erhofft kräftig anziehen, ist jedoch noch nicht Sicht. Mit 26 Prozent planen nur minimal mehr Firmen als im Herbst höhere Investitionen. Nur 17 Prozent wollen mehr Mitarbeiter einstellen. Wansleben warnte deswegen die Politik: „Glaubt nur nicht, dass die Konjunktur in diesem Jahr schon im Sack ist und die Politik machen kann, was sie will.“

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Insgesamt rechnet der DIHK in diesem Jahr damit, dass die privaten Konsumausgaben mit 1,5 Prozent und die Exporte mit 4,5 Prozent um jeweils einen halben Prozentpunkt stärker wachsen als bislang geschätzt. Die Beschäftigtenzahl dürfte demnach um 250.000 zunehmen und die Arbeitslosenzahl unter der Drei-Millionen-Schwelle bleiben. Von der Schwäche einiger Schwellenländer erwartet der DIHK bislang keine gravierenden Konjunkturgefahren für Deutschland.

Eine enttäuschende Bilanz zogen unterdessen die Maschinenbauer. Für sie ging das Jahr mit einem Minus von sechs Prozent bei den Bestellungen im Dezember zu Ende. Auch im Gesamtjahr musste ein Minus von zwei Prozent bei den Aufträgen verkraftet werden, teilte der Branchenverband VDMA mit. „Alle Hoffnungen ruhen nun auf 2014“, sagte Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Trotz der insgesamt durchwachsenen Entwicklung erwarten die Maschinenbauer 2014 anziehende Geschäfte. Die Branche ist mit knapp einer Million Beschäftigten ein wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

04.02.2014, 15:06 Uhr

Ein großer Fehler....

die Halbe Welt braucht Infrastruktur...

und in D wird seit 2000 zuwenig investiert....

Hätte man in Vergangenheit nicht so viel Kahlschlagbetrieben, könnte man nun die Märkte der sich aufmachenden Länder bedienen... Die welt wandelt sich grade, enorme Möglichkeiten tuen sich auf.

Das halt die Rückseite des Rationalisierungswahns...und massiver Politischer bevorzugung der damals schon "global playern". der letzen 20 jahre..... nun steht man da und kann nicht schnell genug in die Welt hinaus um alle Chancen Aus zulooten....

Aber ich bin überzeugt das für unsere Produkte enorme Märkte zu erschliessen sind

Die frage ist wie läst man den Michel gerecht daran teilhaben..... wir bekommen ja nichtmal die Progression abgeschafft...^^

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