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03.02.2011

17:26 Uhr

DIHK-Umfrage

Unternehmen fürchten steigende Rohstoffpreise

VonDorit Marschall, Martin Murphy

ExklusivDie Firmen in Deutschland sorgen sich um die steigenden Preise für Rohstoffe. In einer Umfrage des DIHK bewertet knapp die Hälfte der Unternehmen die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung.

DÜSSELDORF. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 28.000 Unternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt, sieht knapp die Hälfte die steigenden Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten.

Unter den Industriebetrieben, die als Taktgeber der deutschen Wirtschaft gelten, nennen drei Viertel die steigenden Preise als Risiko Nummer eins. „Die Preissprünge verhindern eine noch bessere Konjunkturentwicklung“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Die Rohstoffrechnung für die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr um mehr als 40 Mrd. Euro höher ausfallen als noch 2009 – das sei ein Anstieg um mehr als 40 Prozent. „Nur einen Teil davon können die Unternehmen an die Verbraucher weitergeben“, schätzt Wansleben. Den Rest müssten sie aus ihren Gewinnen bestreiten.

Die komplette Palette der Rohstoffe ist von den Preisanstiegen betroffen – und damit Unternehmen verschiedenster Branchen. Mit 92 Prozent ist der Anteil der Unternehmen, die in den Energie-und Rohstoffpreisen das bedrohlichste Konjunkturrisiko sehen, in der Nahrungsmittelindustrie am höchsten. Sie sind laut DIHK unter anderem damit konfrontiert, dass Kaffee zu Jahresbeginn 2011 um über 90 Prozent teurer war als zwei Jahre zuvor.

„Binnenbranchen haben angesichts des äußerst preisbewussten deutschen Konsumenten kaum Überwälzungsspielräume“, sagt Wansleben. Hier gehe die Preissteigerung im Moment „voll zulasten der ohnehin knappen Margen“. Im technologiegetriebenen Exportgeschäft seien die Spielräume für die Weitergabe der steigenden Preise offenbar größer: So betrachtet im Maschinenbau mit 60 Prozent ein deutlich kleinerer Anteil der Firmen die Preissteigerungen als größtes Risiko für ihr Unternehmen.

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