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16.04.2013

17:40 Uhr

Dirk Klee

UBS wirbt Deutschland-Chef von Blackrock ab

Blackrock-Deutschlandchef Dirk Klee wechselt zur Schweizer Großbank UBS. Dort soll er sich als COO um das schwächelnde Wealth Management kümmern. Denn dort hat die UBS zuletzt liefern können, was sie angekündigt hat.

Dirk Klee wechselt von Blackrock zur UBS. moritz hoffmann

Dirk Klee wechselt von Blackrock zur UBS.

ZürichDie Schweizer Großbank UBS hat den Deutschland-Chef des Vermögensverwalters Blackrock in die Schweiz gelockt. Dirk Klee werde zum 1. September neuer Chief Operating Officer (COO) des Vermögensverwaltungsgeschäfts, hieß es in einer internen Mitteilung, die Reuters am Dienstag vorlag. Klee, der vor seiner Tätigkeit bei Blackrock Vertriebschef bei Allianz Global Investor war, soll mithelfen, das zuletzt schwächelnde Wealth Management auf Vordermann zu bringen.

Als COO ist der promovierte Jurist für die Organisation des Geschäfts in der wichtigsten UBS-Sparte zuständig, die mehr als 16.000 Menschen beschäftigt. Das Wealth Management der UBS verwaltete Ende 2012 Kundenvermögen von 821 Milliarden Franken. Dazu kommen umgerechnet 772 Milliarden Franken im separat geführten Wealth Management Americas.

Klee verfüge über große Führungserfahrung, umfangreiche Kenntnisse im Risiko-Management und in der Organisation von Abläufen und Prozessen, hieß es in der Mitteilung weiter. Sein Verständnis für sich ändernde Kundenbedürfnisse und die Möglichkeiten diese sehr effizient zu erfüllen, seien äußerst wertvoll im laufenden Transformationsprozess der Bank.

Seit dem im vergangenen Herbst eingeleiteten drastischen Rückbau im Investmentbanking setzt UBS auf das weniger risikoreiche Vermögensverwaltungsgeschäft. Allerdings liefen dort zuletzt die Kosten aus dem Ruder und Kunden brachten deutlich weniger neues Geld in die Bank als im Quartal davor. Analysten kritisierten, dass UBS zwar einen großen Wurf angekündigt, bisher aber noch zu wenig geliefert habe.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Klee ist der dritte Manager, der aus Deutschland zur UBS wechselt. Am 1. Juni übernimmt der bisherige IT-Chef des Softwarekonzerns SAP, Oliver Bussmann, den Posten den IT-Chefs bei UBS. Der seit Jahresanfang amtierende UBS-Kommunikationschef Hubertus Kuelps kam ebenfalls von SAP zu dem Schweizer Geldhaus.

Bei Blackrock wird EMEA-Chairman James Charrington vorübergehend Klees Aufgaben übernehmen. Die Suche nach einem Nachfolger sei eingeleitet, erklärte der Vermögensverwalter weiter.

Von

rtr

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