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06.04.2006

07:00 Uhr

Dirk Roßmann

Angreifer aus der Provinz

VonGregory Lipinski

Dirk Roßmann will mit neuen Drogeriemärkten den Konkurrenten Schlecker und DM die Kunden abjagen.

Der Drogeriemarkt-Unternehmer Dirk Rossmann will weiter kräftig expandieren. Foto: dpa

Der Drogeriemarkt-Unternehmer Dirk Rossmann will weiter kräftig expandieren. Foto: dpa

BURGWEDEL. Der Mann wirkt angespannt. Hektisch kramt er die Lesebrille aus seinem grün karierten Sakko, setzt sich kerzengrade vor den Schreibtisch, den man für ihn in einem kleinen Sitzungssaal im zweiten Stock der Firmenzentrale aufgebaut hat. Hinter ihm prangt übergroß der Firmenname Rossmann. Wir befinden uns in Burgwedel, einer Kleinstadt nahe Hannover, die sich damit rühmt, Mitglied im Verein niedersächsische Spargelstraße e.V. zu sein.

Mühsam ordnet der Firmenchef seine Redezettel und fingert unbeholfen am Mikrofon herum. Seine Stimme klingt blechern, als er beginnt. Unzufrieden schiebt er das Gerät beiseite. „Das ist natürlicher, als wenn ich hier in dieses Ding reinspreche“, sagt Dirk Roßmann, der den Firmennamen mit zwei s schreibt und ihn mit einem Zentauren, dem mythologischen Mensch-Pferd-Wesen, ziert.

Die Aufregung ist verständlich: Erstmals seit sechs Jahren zeigt sich der Selfmade-Millionär wieder in der Öffentlichkeit. Der Mann, der angetreten ist, mit seiner Drogeriekette, der Nummer drei in Deutschland, die beiden größten Rivalen Schlecker und DM anzugreifen.

Sein Ziel für dieses Jahr ist ehrgeizig. Er will den Gruppenumsatz um 12,5 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro und die Zahl der Mitarbeiter um rund 2000 auf rund 19 000 steigern. Die Umsatzrendite gibt er mit etwa zwei Prozent an – „ein Prozent besser als der Erzrivale DM“, sagt er. Das Eigenkapital beziffert er mit 150 Millionen Euro und die Kriegskasse mit 100 Millionen.

Er will seinen Marktanteil in Deutschland von derzeit 15 Prozent erhöhen. Gern hätte er den kleineren Konkurrenten Budnikowsky übernommen, um in Norddeutschland stärker Fuß zu fassen. „Der Inhaber will aber nicht verkaufen“, sagt Roßmann nüchtern, der 370 Läden von der Tengelmann-Tochter „kd“ kaufte und so näher an Schlecker und DM heranrückte. „Wir werden wohl in Deutschland vorerst weiter organisch wachsen.“ Hier zu Lande will er 120 Läden eröffnen und 150 in Osteuropa.

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