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11.09.2015

10:46 Uhr

Diskriminierung im Silicon Valley

Ellen Pao will nicht weiter kämpfen

Eine Rechnung in Höhe von 276.000 Dollar muss sie bereits zahlen, jetzt wird ihr das Risiko zu groß: Ellen Pao legt nun doch keine Berufung ein. Die Ex-Reddit-Chefin hatte wegen Diskriminierung geklagt – und verloren.

Das Risiko weiterer finanzieller Belastungen ist ihr zu hoch. Reuters

Ellen Pao

Das Risiko weiterer finanzieller Belastungen ist ihr zu hoch.

San FranciscoIn einem Fall, der für viel Aufsehen in der Internet-Branche sorgte, hat eine frühere Mitarbeiterin der großen Wagniskapitalfirma Kleiner Perkins ihre Diskriminierungsklage aufgegeben. Ellen Pao warf Kleiner Perkins vor, sie benachteiligt und nicht befördert zu haben, weil sie eine Frau sei.

Die Firma konterte, ihre Leistung und ihr Umgang mit Kollegen seien das Problem gewesen. In einem Prozess entschieden Geschworene, Pao sei nicht diskriminiert worden sei. Sie kündigte nun an, sie werde gegen das Urteil nicht in Berufung gehen.

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Im Schatten des Rampenlichts gibt es auch eine andere Welt: mit Ausbeutung, Machtspielen und Doppelmoral.

Sie könne sich das Risiko weiterer finanzieller Belastungen nicht erlauben, schrieb Pao zur Begründung in einem Beitrag im Technologieblog „Recode“ am späten Donnerstag. Sie war vom Gericht verpflichtet worden, Prozesskosten von Kleiner Perkins in Höhe von 276.000 Dollar zu zahlen, die Firma hatte die Rechnung ursprünglich auf rund eine Million Dollar angesetzt.

Kleiner Perkins ist einer der Spitzen-Kapitalgeber in der Internet-Branche nach frühen Investitionen in heutige Giganten wie Google oder Amazon. Pao war nach ihrem Ausscheiden bei der Firma amtierende Chefin bei der Online-Plattform Reddit, wurde im Sommer jedoch nach massiver Nutzer-Kritik abgelöst.

Die Rezepte von Buzzfeed und Co

Neue Portale im Netz

Ob Buzzfeed, Upworthy oder heftig.co: Mehrere neue Portale zielen darauf, ihre Texte vor allem über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu verbreiten. Mit klassischem Journalismus haben die Angebote wenig zu tun – sie locker aber viele Leser an. Mit diesen Tricks arbeiten die Macher.

Emotionen
Kuriositäten

Auch Kuriositäten ziehen, etwa „24 Tiere, die Yoga machen“ oder „Er wog 560 Kilogramm: Der schwerste Mann der Welt ist tot“.

Themen aus dem Alltag

Was nicht emotional oder skurril ist, berührt häufig den Alltag der Leser. Kostprobe: „Diese Bilder zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich 200 Kalorien aussehen können“, nach einem Klick ist eine Galerie mit Lebensmitteln von Äpfeln bis Gummibärchen zu sehen.

Schlagzeilen als Köder

Alle Portale setzen extrem auf klickoptimierte Überschriften. Dahinter verbergen sich indes meist dürre Artikel, in die eine Bildergalerie oder ein Youtube-Video eingebunden ist. Oft sind die Themen nicht aktuell, sondern geistern schon länger durchs Netz.

Reichweite mit Facebook und Co

Die Portale locken viele Leser über soziale Netzwerke auf ihre Artikel – je häufiger ein Link geteilt wird, desto besser. Dementsprechend sind die Überschriften darauf getrimmt, dass die Nutzer sie gerne weiterverbreiten.

Quelle: wiwo.de

Von

dpa

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