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16.08.2011

22:20 Uhr

Domain-Endungen

Kaum Nachfrage nach eigener Web-Adresse

VonJoachim Hofer, Hans-Peter Siebenhaar

Das Interesse vieler Firmen an Internetadressen mit eigener Endung ist bisher mager. Eine Ausnahme: Sportartikelhersteller Adidas. Ein Experte warnt vor einem Wettbewerbsnachteil, sollte die Nachfrage so gering bleiben.

Viele Dax-Konzerne haben kein Interesse an den sogenannten Top-Level-Domains. Quelle: Reuters

Viele Dax-Konzerne haben kein Interesse an den sogenannten Top-Level-Domains.

München/DüsseldorfAus seiner Enttäuschung macht Markus Eggensperger, Vorstand und Mitgründer der United Domains AG, kein Hehl. Der Manager des Starnberger Internetdienstleisters hatte einen Sturm auf die neuen Internetadressen erwartet. Mit einer persönlichen Domain könnten Konzerne einen „eigenen Staat“ im Web gründen, statt in Domains wie .de oder .com nur „zur Miete“ zu wohnen.

Doch das Interesse an den sogenannten Top-Level-Domains hält sich nach seiner Aussage in bescheidenem Rahmen. „Ein großer Teil der Dax-Konzerne verschläft das Thema“, ärgert sich der Internetpionier. Unter Top-Level-Domains versteht man die Endungen von Internetadressen wie zum Beispiel .de, .com oder .eu.

Im kommenden Jahr entscheidet die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) aus Marina del Rey, einem westlichen Vorort von Los Angeles, über die Vergabe neuer Internetadressen. 400 neue Domain-Endungen werden vergeben.

Die bisherigen Länder- und Wirtschafts-Endungen reichen nicht mehr, um die ständig wachsende Zahl von Internetadressen zu bedienen. Zwischen 12. Januar und 12. April 2012 können Unternehmen, Organisation und Regionen bei der Icann einen Antrag auf eine eigene Endung stellen; zum Beispiel .siemens oder .berlin. Die neuen Domains werden im ersten Quartal 2013 offiziell eingeführt.

Nach Meinungen des Internetexperten Eggensperger hätten die meisten deutschen Konzerne noch nicht erkannt, welche Möglichkeiten der Markenkommunikation sich mit eigenen Endungen ergeben würden. „Denkbare Domains wie .nivea, .mini oder unternehmenseigene wie .nike oder .siemens geben insbesondere großen Unternehmen ein neues und nicht einmal teures Instrument an die Hand, für ihre Marke zu werben“, sagte der Vorstand von United Domains. Bislang interessierten sich vor allem Handels- und IT-Unternehmen sowie Finanzdienstleister für die neuen Internetadressen.

Offenbar ist der Sportartikelhersteller Adidas einer der wenigen Dax-Konzerne, der Anlauf für eine eigene Top-Level-Domain nimmt. Unternehmens-Insider erwarten, dass sich der fränkische Dax-Konzern, die Nummer zwei im internationalen Sportartikelgeschäft, um die Endung .adidas bei der Icann bewerben wird.

Kommentare (2)

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Einanderer

17.08.2011, 08:15 Uhr

schuhe.adidas, kundendienst.adidas, ... es ist sicher Geschmackssache, aber ohne eingängige Hierarchie hat eine eigene TLD wenig Sinn.

Christian_Buggisch

18.08.2011, 11:34 Uhr

Tut mir Leid, aber dieser Beitrag ist wirklich unglaublich einseitig. Warum wird einem nTLD-Lobbyisten die Bühne überlassen und warum kommt kein Vertreter der vielen Unternehmen zu Wort, die sich bewusst gegen eine Firmen-TLD entschieden haben? Meine Replik im Blog: http://buggisch.wordpress.com/2011/08/18/schildbuergerstreich-neue-top-level-domains-ntld/

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