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18.05.2013

16:59 Uhr

Donald Rumsfeld

Vom Kriegsherrn zum Karrierecoach

VonNils Rüdel

Er ist eine der umstrittensten Figuren der US-Politik: Donald Rumsfeld. Der Ex-Verteidigungsminister, Ex-Stabschef und Ex-CEO hat viele Karrieren hinter sich. Wie man so erfolgreich wird, schildert er in einem Buch.

dpa

WashingtonEr war Marinepilot, Fluglehrer und Lehrer für Fluglehrer. Abgeordneter, Botschafter, Stabschef im Weißen Haus. Vorstandschef eines Pharmakonzerns und Aufsichtsrat. Zwei Mal Verteidigungsminister, unter Präsident Gerald Ford und George W. Bush. Und Chefstratege der Kriege im Irak und in Afghanistan.

Donald Rumsfeld hat viele Karrieren hingelegt. Heute, im Alter von 80 Jahren, ist er Pensionär – und will nun anderen beibringen, wie man das so anstellt mit der Karriere. „Rumfeld`s Rules“, „Rumsfelds Regeln“, heißt sein neues Buch, das seit Anfang der Woche in den USA erhältlich ist.

In Hunderten von Merksätzen, garniert mit Anekdoten, erklärt er darin, worauf es ankommt beim Aufstieg und wo die Fallen stehen. Die Regeln stammen zum Teil von anderen großen Geistern („von Konfuzius zu Clausewitz zu Churchill zu Sunzi“), und sie sind die Essenz dessen, was Rumsfeld über die Jahrzehnte an Gedanken aufgeschrieben und lange in einem Schuhkarton aufbewahrt hatte. 

Regeln wie diese hier: „Wenn Du ganz unten anfängst, sei bereit, von jenen an der Spitze zu lernen“. Oder diese: „A-Manager stellen A-Manager ein. B-Manager stellen C-Manager ein“. „Meide nicht scharfe Kanten“, gehört auch zur Sammlung.

Rumsfelds 15 Regeln für das Wirtschaftsleben

Zur eigenen Performance

Wenn Du nicht kritisiert wirst, tust Du wahrscheinlich zu wenig.

Zu Management-Entscheidungen

Kenne Deine Kunden!

Zu Risiken

Vertraue Deinen Instinkten!

Zum Markt

Der größte Fehler ist es, die beste Leiter zu haben, aber an der falschen Wand!

Zur Nachfolge

Beschäftige einen Stellvertreter und baue einen Nachfolger auf.

Zu Verhandlungen

Lasse alle Optionen auf dem Tisch.

Zur Personalpolitik

Besetze nicht automatisch Positionen nach. Halte einige sechs Monate lang offen und überprüfe, ob sie gebraucht werden.

Zum Umgang in der Firma

Manchmal ist es nötig, ein Huhn zu töten um die Affen einzuschüchtern.

Zu Meetings

Die erste Überlegung zu einem Meeting ist, ob man überhaupt eins ausrufen soll.

Zum Fortschritt

Versuch und Irrtum sind das Wesen jeder Entdeckung.

Zur Unternehmenskultur

Ermutige andere, ihre Meinung zu sagen, auch wenn es manche verärgern mag .

Zur Effizienz

Wenn Du nicht weißt, was Deine drei Top-Prioritäten sind, dann hast Du keine Prioritäten

Zur Verschlankung

Trenne Dich – von Geschäftsbereichen, Produkten, Aktivitäten und Leuten. Mache es jedes Jahr.

Zu Diskussionen

Fühle Dich niemals dafür verantwortlich, ein langes Schweigen zu unterbechen

Zum Personenkult

Wenn jemand beginnt, einen Tempel für sich zu bauen, ist das der Anfang vom Ende.

Es ist nicht ganz klar, wen Rumsfeld mit seinen Regeln eigentlich anspricht: Für junge Berufsanfänger im Wirtschaftsleben ist ebenso etwas dabei wie für Stabsmitarbeiter des Präsidenten. Offiziere und Geheimdienstler sollen von ihm lernen, genauso wie Unternehmenschefs mit Abneigung gegenüber der Presse.

Oft klingen die Regeln leider wie Kalendersprüche („Arbeite hart und gut. Dann wird der nächste Chef vielleicht Du sein“), die Tipps sind mitunter bekannt aus jedem anderen beliebigen Karriere-Ratgeber.

Und doch bleibt man beim Lesen hängen, denn es ist immerhin Donald Rumsfeld, der hier schreibt. Interessant wird es deshalb immer dann, wenn er seine Thesen mit Anekdoten würzt, von Richard Nixon über John F. Kennedy, von Margaret Thatcher bis Saddam Hussein. Der Mann ist lebende Geschichte, er hat einfach viel gesehen.

Kommentare (34)

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touspourun

18.05.2013, 17:18 Uhr

Kriegsverbrecher!

US-KriegstreiberNrEINS

18.05.2013, 17:36 Uhr

Einerseits hetzte Er gegen (NAZi)Deutschland andererseits, bediente Er sich ungeniert durch CiA & Co. an altbekannten Nazi-Foltermethoden... Für die Masse wirkte er wohl glaubhaft mit strenger ernster Stirn und Brille... alterfahren beinahe Väterlich in der Wirkung...
.
USA = Doppelmoral
.
Und, hat man keinen Angriffsgrund (um an Bodenschätze zu kommen - exorbitant steigender amerikanischer Energiehunger) so erfindet man einen (Chemiewaffen) in guter alter Cowboy-Ausrottungsmanier... (Indianer > Bison > Lebensgrundlage...)

Rechner

18.05.2013, 17:44 Uhr

O-Ton US-Terroristen
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US-Generalstabschef Martin Dempsey hat russische Waffenlieferungen an das syrische Regime scharf kritisiert. Die Entscheidung Moskaus, Anti-Schiffs-Raketen nach Syrien zu liefern, werde den Bürgerkrieg verlängern, sagte Dempsey vor Journalisten im Pentagon bei Washington.
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Ach ne!

Will der Terror-Chef Dempsey die "Rebellen" mit Kriegsschiffen beliefern?

Oder soll das sein verbündeter saudischer Gottesstaat tun?

Oder planen die US-Terroristen den Einsatz ihrer eigenen Kriegsschiffe?

In jedem Fall:

Getretener Hund bellt.

...

Dieser Krieg wird solange dauern wie die wahabitischen und westlichen Terrorstaaten ihn durch Waffenlieferungen an die "Rebellen" verlängern und sie noch Kanonenfutter im sunitischen Prekariat finden.

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