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08.08.2011

17:07 Uhr

Douglas-Patriarch

Jörn Kreke droht mit Finanzfirma zu scheitern

VonChristoph Schlautmann

ExklusivKeine guten Aussichten für Douglas-Aufsichtsratschef Jörn Kreke: Er hat für seine Finanzfirma Adi GmbH ein Insolvenzverfahren beantragt.

Der Douglas-Aufsichtsratschef Jörn Kreke scheint mit seiner Finanzfirma Schiffbruch erlitten zu haben. Quelle: dpa

Der Douglas-Aufsichtsratschef Jörn Kreke scheint mit seiner Finanzfirma Schiffbruch erlitten zu haben.

DüsseldorfDouglas-Aufsichtsratschef Jörn Kreke steht vor dem Scheitern seiner Hagener Finanzfirma Adi GmbH. Nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagsausgabe) hat die 1998 gegründete Factoringgesellschaft, die vor allem Forderungen von Zahnärzten und Laboren aufkauft, beim Hagener Amtsgericht unter dem Aktenzeichen 103 IN 138/11 das Insolvenzverfahren beantragt. Auch die Zukunft der in der Bestattungsbranche tätigen Tochter BF Bestattungsfinanz sei ungewiss, heißt es bei der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

In die Finanzfirma war der 71-jährige Kreke über seine Beteiligungsholding Lobelia 2004 eingestiegen. Neben Krekes Familie gehört Adi zur anderen Hälfte dem 50-jährigen ehemaligen Douglas-Vorstand und Karstadt-Finanzchef Jan-Christoph Maiwaldt.

Rund 100 Millionen Euro Finanzierungsvolumen kamen laut Adi im vergangenen Jahr dabei zusammen. Schon seit 2009 aber befindet sich die Gesellschaft in Turbulenzen. Damals kaufte die am Douglas-Standort Hagen residierende Finanzgruppe faule Forderungen. Reingefallen war sie auf die Firma Orca-Tech.

Das inzwischen insolvente Unternehmen hatte Spezialfahrzeuge entwickelt, mit denen sich Ölschäden auf Autobahnen komfortabel beseitigen lassen. Forderungen aus diesem Geschäft verkaufte Orca-Tech an Adi. Weil den Versicherungen die Kosten aber als zu hoch erschienen, verweigerten sie die Schadensregulierung. So blieben die Hagener auf mehr als einer Millionen Euro sitzen.

Lobelia hat nach Auskunft Krekes die Beteiligung inzwischen komplett abgeschrieben. Der Douglas-Patriarch versucht derzeit dennoch mit drei Banken, die Finanzfirma zu retten.

Kommentare (1)

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Heuvel

14.11.2011, 12:11 Uhr

Die Rettung soll allerdings auf den Rücken der ADI Kunden erfolgen. ADI hat seine Forderungen an eine Bank abgetreten, diese Bank versucht nun die so erhaltenen Forderungen einzuziehen. Das Problem daran ist, das der ehemalige ADI Kunde von diesem Geld nichts erhält und damit keine Gegenleistung für bereits erbrachte Leistungen. Eine Rettung des Unternehmens ADI erfolgt wenn überhaupt auf den Rücken der ADI Kunden. Die darüber sehr erfreut sein werden…also geht es hier nicht um Rettung sondern um Schadensbegrenzung für die Großen.
Wir ADI Kunden zahlen das dann und die Banken/ Großen haben wieder einmal gewonnen, das braucht Deutschland jetzt...weiter so !


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