Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2015

12:37 Uhr

Drei Wochen Streik

Post droht der Verlust von Kunden

Der Streik bei der Deutschen Post läuft mittlerweile in der dritten Woche. Aktionärsschützer warnen: „Verdi treibt die Kunden der Post in die Hände der Mitbewerber, die vielfach nur Mindestlohn zahlen.“

Rund 30.000 Mitarbeiter der Post sind am Dienstag zum Streik aufgerufen. Die Auslieferung von Millionen Sendungen verzögert sich Tag für Tag. dpa

Streik bei der Post

Rund 30.000 Mitarbeiter der Post sind am Dienstag zum Streik aufgerufen. Die Auslieferung von Millionen Sendungen verzögert sich Tag für Tag.

BonnAktionärsschützer kritisieren den anhaltenden Streik bei der Post. „Je länger der Streik geht, umso mehr überlegen Kunden, zur Konkurrenz zu wechseln“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Damit treibt Verdi die Kunden der Post in die Hände der Mitbewerber, die vielfach eher nur Mindestlohn zahlen“, sagte Tüngler.

Der Poststreik läuft derzeit in der dritten Woche. Am Montag waren nach Unternehmensangaben 25.800 Beschäftigte im Ausstand. Am Dienstag sollten laut Verdi rund 30.000 Mitarbeiter zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen werden. Laut Post werden etwa 80 Prozent der Briefe und Pakete pünktlich befördert. Millionen Lieferungen verzögern sich aber jeden Tag.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Die täglichen Kosten der Post für den Streik – etwa für zusätzliche Leiharbeiter – gehen nach Schätzung von Experten in den einstelligen Millionenbereich. Viel schmerzhafter als der unmittelbare Schaden ist nach Tünglers Einschätzung aber der Imageverlust.

Die Gewerkschaft will die Ausgliederung von rund 6.000 Beschäftigten im Paketdienst in schlechter bezahlte Gesellschaften rückgängig machen. Die Post lehnt das bisher strikt ab und verweist auf die Konkurrenz, die vielfach wesentlich niedrigere Löhne zahlt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×