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15.01.2013

17:47 Uhr

Drohender Arbeitskampf

Tarifkonflikt bei Eon spitzt sich zu

Dem Energieversorger droht ein Arbeitskampf: Auch Runde drei der Tarifgespräche blieb erfolglos. Erklärt die Tarifkommission nun die Verhandlungen für gescheitert, wird die Urabstimmung über einen Streik vorbereitet.

Beschäftigte des Energieversorgers Eon. dpa

Beschäftigte des Energieversorgers Eon.

Hannover/DüsseldorfBeim größten deutschen Energiekonzern E.ON stehen erstmals seit Jahren die Zeichen wieder auf Streik. Die Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten in Deutschland seien am Dienstag ergebnislos beendet worden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. "Die Arbeitgeber provozieren damit eine Auseinandersetzung, wie es sie in der Energiewirtschaft lange nicht gegeben hat", sagte Verdi-Verhandlungsführer Volker Stüber. E.ON hatte zuletzt eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten. Verdi und die IG BCE fordern jedoch 6,5 Prozent mehr Lohn. E.ON bedauerte den Abbruch der Verhandlungen.

Die Tarifverhandlungen sollten nun offiziell für gescheitert erklärt werden, kündigte Verdi an. "Die Arbeitgeber müssen sich dann auf einen regulären Arbeitskampf einstellen", betonte Stüber. Am Montag hatten sich der Gewerkschaft zufolge mehr als 7000 Beschäftigte an den ersten Warnstreiks bei dem Versorger seit 2008 beteiligt.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden sagte, die Arbeitgeber hätten ihr Angebot für Lohn- und Gehaltssteigerungen in den Verhandlungen lediglich von 1,1 auf 1,7 Prozent angehoben. "Damit ist klar: Sie wollen eine reale Minusrunde. Das ist mit uns nicht zu machen", sagte der Gewerkschafter.

E.ON bezeichnete sein Angebot als Zeichen eines weitgehenden Entgegenkommens angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation des Konzerns. "Die unveränderte Forderung der Gewerkschaften von 6,5 Prozent geht allerdings sehr deutlich über das für das Unternehmen vertretbare Maß hinaus und entbehrt jeder realistischen Grundlage." Die Gehälter bei E.ON lägen ohnehin bereits auf einem "guten Niveau". Null- oder Minimalrunden habe es bei den Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre nicht gegeben.

Der Versorger kämpft mit den Folgen der Atomwende und sinkenden Margen im Stromgeschäft. Zudem drücken E.ON nach einer Einkaufstour in zurückliegenden Jahren Schulden von über 35 Milliarden Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 Stellen streichen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland, und stößt Beteiligungen im In- und Ausland ab. Stattdessen will er das Wachstum des Konzerns mit Investitionen in neuen Märkten außerhalb Europas vorantreiben. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 73.000 Mitarbeiter.

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