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20.12.2013

14:17 Uhr

Düngemittelproduzent

Uralkali bekommt neuen Vorstandschef

Der bisherige Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner steht derzeit unter Hausarrest. Laut Medienbericht hat der Düngemittelproduzent nun einen Nachfolger gefunden. Fix ist außerdem der Einstieg zweier Großaktionäre.

Den massiven Verfall der Kali-Preise hat auch das deutsche Unternehmen K+S  zu spüren bekommen. Reuters

Den massiven Verfall der Kali-Preise hat auch das deutsche Unternehmen K+S zu spüren bekommen.

MoskauDer weltgrößte Düngemittelproduzent Uralkali bekommt einem Medienbericht zufolge nach schweren Turbulenzen einen neuen Vorstandschef. Der bisherige Aufsichtsratsvize des Chemieunternehmens Uralchem, Dmitri Ossipow, löse bei dem russischen Konzern Wladislaw Baumgertner ab, meldete die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Baumgertner steht derzeit wegen Betrugsvorwürfen unter Hausarrest. Der Uralkali-Umsatz war in den ersten neun Monaten des Jahres um ein Viertel auf rund 2,47 Milliarden US-Dollar (1,8 Mrd Euro) eingebrochen.

Bereits fix ist der Einstieg von zwei neuen Großaktionären bei dem Konkurrenten des deutschen Herstellers K+S. Die Gruppe Onexim des Oligarchen Michail Prochorow machte die Übernahme von rund 22 Prozent der Uralkali-Anteile für rund 3,3 Milliarden US-Dollar nach eigenen Angaben am Freitag perfekt. Prochorow will seinen Anteil demnächst durch den Zukauf weiterer Aktien auf 27 Prozent aufstocken. Zweiter Großaktionär wurde Uralchem, das 20 Prozent übernimmt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Der Ausstieg von Uralkali aus einem Joint Venture mit dem weißrussischen Unternehmen Belaruskali hatte Ende Juli für einen massiven Verfall der Kali-Preise gesorgt. Auch der deutsche Konkurrent K+S hatte das zu spüren bekommen.

Von

dpa

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