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02.12.2013

10:14 Uhr

Durchblick im Antragsdschungel

So schnappen Sie sich die Exportförderung

VonRebecca Ciesielski

Die Expansion ins Ausland ist eine wichtige Etappe für Unternehmer. Doch wer große Pläne hat, braucht auch die nötigen finanziellen Mittel. Unterstützung können Firmenchefs aus vielen Programmen beziehen. Ein Überblick.

Das Angebot an Förderprogrammen für den Export ist riesig – alleine auf EU-Ebene gibt fast 1000 Programme. Bildagentur-online/Chmura-Stock

Das Angebot an Förderprogrammen für den Export ist riesig – alleine auf EU-Ebene gibt fast 1000 Programme.

BerlinFunktioniert Export auch in politisch riskante Märkte? Hält das eigene Produkt trockenem Wüstenklima stand? Und was ist, wenn ein Kunde seine Rechnung nicht begleicht? Wenn die Firma ins Ausland expandiert, dann stellt sich oft die Frage nach der besten Finanzierung und Absicherung. Auch Zollgesetze, kulturelle Eigenheiten und wenig europäischen Klimaverhältnisse können im Zielland schnell zur Hürde werden, wenn man nicht gut darauf vorbereitet ist.

Doch wer Geschäfte im Ausland machen will, muss sich nicht gleich in den finanziellen Ruin stürzen. Schließlich gibt es zahlreiche öffentliche Programme, die Expansionswillige beim Gang ins Ausland unterstützen. Die Krux dabei: Unternehmer müssen in dem oftmals undurchschaubaren Förderdschungel nur wissen, wo sie suchen müssen.

Die Risiken beim Export-Geschäft

Politische Risiken

Als politische Risiken werden alle außerordentlichen staatlichen Maßnahmen oder politischen Ereignisse im Ausland angesehen, zum Beispiel Kriege, Revolutionen, Annexion von Gebieten, Bürgerunruhen, Embargos, Verstaatlichungen usw. Solche Situationen können insbesondere dazu führen, dass dem Abnehmer die Bezahlung nicht möglich ist und dass die Ware beschlagnahmt wird, verloren geht oder beschädigt wird.

(Quelle KMU-Portal)

Transferrisiken

Die Transferrisiken betreffen devisenrechtliche Maßnahmen einer Regierung oder Zentralbank, die dem Abnehmer den Kauf von Devisen verunmöglichen, sodass er die Ware nicht bezahlen kann (z. B. Ent- oder Umschuldungsmaßnahmen).

Delkredererisiko

Das Delkredererisiko (auch kommerzielles Risiko) bezieht sich auf die Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit des Abnehmers oder seines Garanten. Für das Exportunternehmen kann das zu einem Liquiditätsproblem führen, infolgedessen es keine neuen Aufträge annehmen kann, weil ihm die notwendigen Produktionsmittel fehlen.

Risiken der höheren Gewalt

Unter höherer Gewalt versteht man unvorhergesehene Ereignisse (Naturkatastrophen, Kriege usw.), die die Versendung der Ware unmöglich oder unzumutbar machen.

Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko bezieht sich auf die Kursschwankungen des Schweizer Franken im Verhältnis zur Währung, in der die Exporte fakturiert werden. Je höher der Kurs des Franken, desto kleiner die Margen für Exporte in Fremdwährungen, und umgekehrt.

Weitere Risiken

Es gibt noch viele andere Risiken, die im Zuge eines Exports eintreten können, beispielsweise Feuer- oder Transportrisiken usw.

Oft scheuen gerade Mittelständler den bürokratischen Aufwand. Regelmäßig zeigen Umfragen, dass nur wenige Firmen öffentliche Mittel nutzen, obwohl sie grundsätzlich Interesse daran haben, sie in Anspruch zu nehmen. Häufig sind die Programme auch gar nicht bekannt. In einer Statista-Umfrage gaben 80 Prozent der Unternehmen an, in den letzten 3 Jahren keine öffentliche Förderung in Anspruch genommen zu haben.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das KMU-Fördermittelbarometer, das von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young 2012 in Auftrag gegeben wurde. Die Ursache liegt häufig in der Überforderung. Demnach ist für 15 Prozent der Mittelständler der zeitliche und administrative Aufwand sei zu hoch, um Mittel zu beantragen – auch weil sie von der öffentlichen Hand beim Stellen der Anträge zu wenig unterstützt werden.

Das Angebot ist indes riesig: Vom geförderten Messestand über organisierte Matchmaking-Events bis hin zum versicherten Exportkredit – alleine auf EU-Ebene gibt fast 1000 Förderprogramme für Unternehmen. Das hat eine Forschergruppe im Auftrag der EU-Kommission in den Mitgliedsstaaten der Union gezählt. Und in Deutschland kommen auf Länder- und Bundesebene dann noch rund 30 Programme zusammen. Da können können Firmenchefs durchaus die Orientierung verlieren. Damit die Expansion ins Ausland auf Anhieb gelingt, stellen wir Ihnen die wichtigsten Programme und Ansprechpartner vor und zeigen Ihnen, wo Sie Hilfe finden.

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