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29.01.2007

07:00 Uhr

E-Plus

Auf dem Schleudersitz ist noch ein Plätzchen frei

VonSandra Louven

Bei dem Mobilfunker E-Plus geben sich derzeit die Chefs die Klinke in die Hand:Heute stimmt der Aufsichtsrat der KPN-Tochter über einen neuen Vorstandsvorsitzenden ab, nachdem der amtierende Chef Michael Krammer Anfang Januar nach nur acht Monaten das Handtuch geworfen hat. Im Umfeld des Unternehmens wird damit gerechnet, dass Krammers bisheriger Stellvertreter Thorsten Dirks die Nachfolge antreten wird.

Thorsten Dirks. Foto: dpa Quelle: dpa

Thorsten Dirks. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Der 43-jährige Dirks ist bereits seit 1996 bei E-Plus und verfügt über eine Schlüsselqualifikation für den Posten:Er versteht sich gut mit Stan Miller, der bei KPNfür die drei Mobilfunktöchter in den Niederlanden, Belgien und Deutschland verantwortlich ist und dem Aufsichtsrat von E-Plus vorsitzt. An ihm sind bereits Krammer und sein Vorgänger Uwe Bergheim gescheitert.

Miller gilt als sehr zahlengetriebener Manager, der sich gerne in das alltägliche Geschäft der Tochtergesellschaften einmischt. Als er Chef aller Mobilfunktöchter wurde, legte der damalige E-Plus-Chef Uwe Bergheim sofort sein Amt nieder. Der Wiener Michael Krammer macht in erster Linie familiäre Gründe für sein Ausscheiden verantwortlich. In Unternehmenskreisen heißt es jedoch, er sei mit seiner starken Persönlichkeit immer wieder mit Miller aneinander geraten.

Thorsten Dirks dagegen gilt als loyal gegenüber Miller und hat bereits bewiesen, dass er mit dem Südafrikaner zusammenarbeiten kann: Die beiden haben vor Krammers Amtsantritt im Tandem mehrere Monate lang E-Plus geführt. Aus dem Umfeld des Mobilfunkers heißt es, bereits damals habe man überlegt, Dirks zum Chef zu machen. Letztlich sei die Entscheidung aber gegen ihn gefallen – unter anderem, weil ihm der Misserfolg des Internetdienstes iMode anhaftete. Dirks holte das japanische Erfolgsmodell, das mobile Datendienste wie Spiele auf das Handy brachte, 2002 nach Deutschland und war damit Vorreiter bei mobilen Multimedia-Anwendungen. Doch das Angebot floppte und wurde vom Markt genommen.

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