Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2011

14:49 Uhr

EADS

Daimler-Manager bald Produktions-Chef bei Airbus

VonCarsten Herz, Jens Koenen

Daimler-Manager Günter Butschek wird zum 1. März neuer Airbus-Produktionsvorstand. Zugleich übernimmt er den Vorsitz der Geschäftsführung von Airbus in Deutschland. Das teilte das europäische Flugzeug-Konsortium gestern mit.

Günter Butsche leitet bald die Airbus-Produktion. dpa

Günter Butsche leitet bald die Airbus-Produktion.

FRANKFURT . Der Wechsel war erwartet worden. Bereits Ende November hatte Airbus erklärt, dass der bisherige Produktionsvorstand Gerald Weber das Unternehmen verlassen wird. Auch dass sein Nachfolger wie Weber aus dem Daimler-Konzern kommen wird, galt als sicher. Daimler ist Großaktionär von EADS.

Butschek übernimmt eine Schlüsselrolle bei Airbus. Er muss das Zukunftsprojekt A350 auf das richtige Gleis bringen. Der Langstrecken-flieger soll einen Rumpf aus leichter Kohlefaser bekommen, in diesem Bereich ein völlig neues Material.

Daimler-Boss Dieter Zetsche schickt mit dem 50-jährigen Butschek einen erfahrenen Produktionsfachmann, der mit fremden Kulturen und komplizierten Anteilsverhältnissen umzugehen weiß. Der Schwabe, dessen Zungenschlag bis heute seine Herkunft aus dem Ländle anzuhören ist, hat bereits in mehreren Auslandswerken von Daimler Erfahrungen sammeln können - und dabei auch verschiedene Partner unter einen Hut bringen müssen.

Derzeit leitet Butschek noch das Daimler-Werk in Peking, ein Joint Venture zwischen dem deutschen Autokonzern und dem chinesischen Partner BAIC. Daimler hat angesichts der Verkaufsrekorde auf dem chinesischen Markt zwar viel Freude an dem Produktionswerk. Doch nicht immer herrscht Harmonie zwischen Deutschen und Chinesen, Butschek musste häufig mit viel Fingerspitzengefühl vermitteln.

Auch bei seiner Zwischenstation in den Niederlanden zeigte der Vater zweier Kinder diplomatisches Geschick. 2002 übernahm er die Leitung des Nedcar-Werks, das Daimler zusammen mit dem japanischen Autobauer Mitsubishi Motors betrieb. Zwischen den Stuttgartern und den Japanern krachte es zwischenzeitlich, weil die Produktionszahlen der dort gebauten Kleinwagen von Smart und Mitsubishi nie die erhofften Absatzzahlen erreichten.

Für den deutsch-französischen Konzern Airbus, in dem es immer wieder zwischen Deutschen und Franzosen zu Spannungen kommt, sind die Erfahrungen des Daimler-Managers ein wichtiger Vorteil. Dass der neue Job kein Spaziergang wird, machte allerdings erst diese Woche EADS-Großaktionär Arnaud Lagardère klar. Er meldete gerade erst Ansprüche auf den EADS-Verwaltungsratsvorsitz an und eröffnete damit eine neue Runde im Führungsgerangel um den deutsch-französischen Konzern, dessen wichtigste Tochter Airbus ist.

Butscheks Nachfolger in Peking wird Frank Deiß, der bisher den Einkauf von Mercedes-Benz leitete.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×