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15.01.2007

16:18 Uhr

Ehefrau haftet erstmals mit

Ex-Comroad-Chef muss erneut Schadenersatz zahlen

Der wegen Kursbetrugs verurteilte frühere Comroad-Chef Bodo Schnabel muss weiteren rund 60 Anlegern Schadenersatz zahlen.

HB FRANKFURT. Das Landgericht Frankfurt verurteilte den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Telematik-Anbieters und seine Frau Ingrid, die als Aufsichtsrätin tätig war, wie eine Justizsprecherin am Montag sagte. Die Schadenersatzsumme belaufe sich auf insgesamt rund 750.000 Euro, teilte die Anwaltskanzlei Rotter mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Juli 2006 hatte bereits das Münchner Landgericht Anlegern Schadenersatz zugesprochen.

Comroad hatte von 1999 bis 2001 fast seinen kompletten Umsatz vorgetäuscht und so den Börsenkurs des am Neuen Markt notierten Unternehmens nach oben getrieben. Der Vorstandschef und seine Frau nutzten dies für Aktienverkäufe. Im November 2002 verurteilte das Münchner Landgericht Bodo Schnabel zu sieben Jahren Haft wegen Kursbetrugs, Insiderhandels und gewerbsmäßigen Betrugs. Seine mitangeklagte Frau erhielt eine Bewährungsstrafe. Vor gut einem Jahr kam der Ex-Comroad-Chef wieder auf freien Fuß.

Um mögliche Ansprüche von Kleinaktionären zu bedienen, waren 20 Millionen Euro vom Privatvermögen des Paares eingezogen worden. Im jüngsten Richterspruch habe das Landgericht Frankfurt erstmals auch Ingrid Schnabel zivilrechtlich zum Schadenersatz verurteilt, erläuterte Klägeranwalt Felix Weigend von der Kanzlei Rotter. Sie habe gewusst, dass die von ihr gefälschten Unterlagen Basis für die falschen Unternehmenszahlen waren, die Anleger zum Aktienkauf verleiteten. Damit habe sie ihren Ehemann in seinem sittenwidrigen Tun unterstützt.

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