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29.11.2011

12:58 Uhr

Eigenkapital

Rekordgewinne bleiben im Unternehmen

VonUlf Sommer, Dieter Fockenbrock

Die vergangenen Krisen lehren: Industrieunternehmen können anhand ihrer Aufträge und Kundengespräche durchweg nur für die kommenden drei Monate zuverlässig planen.

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher. dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, Peter Löscher.

DüsseldorfDas heißt, ob und wie viel die Firmen im nächsten Jahr verdienen werden, wissen weder die Vorstände noch die mit den Zukunftsaussichten beschäftigten Analysten. Doch zumindest die Gewinne 2011 sind fast komplett erwirtschaftet. Selbst die sich eintrübende Weltwirtschaft dürfte daran nicht mehr viel ändern.

Ende November, fünf Wochen vor Ultimo, zeichnet sich ab, dass die Nettogewinne das Eigenkapital der Dax-Konzerne deutlich erhöhen werden. Angesichts der starken ersten neun Monate und immer noch robuster Geschäfte im Schlussquartal dürften die 25 Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen netto mehr als 60 Milliarden Euro verdienen. Allein die letzten Wochen werden entscheiden, ob die Unternehmen sogar noch mehr als im Boomjahr 2007 - und damit so viel wie noch nie - verdienen werden. Abzüglich der Dividenden von rund 27 Milliarden Euro, die die Firmen im Frühjahr ausschütten werden, verbleiben also mehr als 30 Milliarden Euro in den Unternehmen.

Mehr als die Hälfte der Dax-Konzerne wird so viel wie noch nie verdienen, darunter der weltgrößte Chemiehersteller BASF, der Gasespezialist Linde und der Markenartikler Henkel. Allein bei den drei Autobauern BMW, Daimler und VW bleiben unter dem Stich wohl 20 Milliarden Euro übrig, das sind fünf Milliarden Euro mehr als im vergangenen Jahr. Der Mischkonzern Siemens hat bereits einen Rekordgewinn von 6,1 Milliarden Euro für sein im September beendetes Geschäftsjahr präsentiert.
Leerlaufende Gewinnmaschinen.

Enttäuschen werden 2011 ausgerechnet die bislang verlässlichsten Gewinnmaschinen: Die Abschaltung von sieben Kernreaktoren setzen RWE und Eon unter Ertragsdruck. Analysten erwarten, dass die Versorger 2011 rund 4,5 Milliarden Euro verdienen. 2010 war es doppelt so viel.

Doch Eon und RWE sind Ausnahmen. Deutschlands Industriefirmen, vor allem die boomenden Autohersteller, profitieren von der starken weltweiten Nachfrage, besonders aus Asien. Dort verzeichnen die exportstarken Firmen ihre stärksten Zugewinne.
Die seit Jahresbeginn immer wieder aufkommenden Sorgen, die Aufträge aus Asien könnten bald wegbrechen, beruhen allein auf dem Vorsichtsprinzip, wonach sich ein Boom nicht dauerhaft fortsetzt. Doch weder die Halbjahres- noch die Neunmonatsbilanzen ließen Schwächen erkennen.

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