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05.03.2004

13:47 Uhr

Ein fester Händedruck kommt gut an

Bärte nur für Holzfäller

VonClaudia Tödtmann

Bis in die Endrunde hatte es der Herr mit dem Ziegenbärtchen geschafft. Der 40-jährige Vertriebsmanager war zusammen mit vier anderen Kandidaten in die engere Wahl gekommen, nachdem er das erste Bewerbungsgespräch bei der Firma aus der Automobilindustrie gut überstanden hatte.

Bernd Pischetsrieder

Bernd Pischetsrieder

„Doch am Vorstandsvorsitzenden scheiterte er“, berichtet Headhunterin Barbara Hartmann, Partnerin bei Heidrick & Struggles in München. Der hatte ein Problem mit der Optik des Kandidaten. „Ziegenbärtchen waren ihm ein Dorn im Auge“, erzählt Hartmann. Der Personalchef wollte vermitteln. Ob der Kandidat den Bart abnehmen könne. Er konnte, der Bart war ihm unwichtig. Doch das machte die ganze Sache erst richtig schlimm: „Nicht durchsetzungsstark, zu leicht zu beeinflussen“, sei der Mann, lautete der harsche Kommentar anschließend.

Welch große Rolle in Bewerbungsgesprächen und auch schon vorher das Aussehen der Kandidaten spielt, untermauert eine aktuelle Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt: 56 Prozent der Personalentscheider messen schon dem Bewerbungsfoto bei der Kandidatenauswahl eine hohe Bedeutung zu. 75 Prozent der Personalchefs meinen, dass gut aussehende Menschen andere leichter überzeugen und besser für sich einnehmen können. Die Folge: 68 Prozent glauben, dass sich gutes Aussehen positiv auf die Karriere auswirkt. Dies ergibt eine Umfrage unter 165 Personalchefs großer deutscher Unternehmen vom Marktforscher Europressedienst in Bonn für den Kosumgüterproduzenten Gillette Gruppe Deutschland in Kronberg.

Mehr noch: 93 Prozent der Personalchefs denken, dass gepflegtes Aussehen im Job wichtig ist – in einer Reihe mit Kompetenz und Intelligenz. Das bestätigt auch Headhunterin Hartmann. Vor allem: „Früher wurde mehr Nachsicht geübt, heute haben die Unternehmen dagegen mehr Auswahl“, sagt die Münchnerin. Ein Drei-Tage-Bart zum Beispiel ist längst tabu.

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