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25.04.2003

16:05 Uhr

Ein Fußballfan wird EnBW-Chef

Utz Claassen: Der Karriere-Überflieger

Der Lebenslauf von Utz Claassen, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), liest sich wie die eines Karriere-Überfliegers: Abitur mit 17, Studium in Hannover und Oxford, Manager in der Automobilindustrie.

Utz Claassen

Utz Claassen

HB/dpa KARLSRUHE. Ganz nebenbei pflegt der 39-Jährige mit Hingabe sein Hobby Fußball. In so mancher Vorstandssitzung glänzt er mit internen Kenntnissen aus der Bundesliga. Bei abendlichen Terminen verzichtet er gern auf guten Rotwein und trinkt dafür Cola light fast im Minutentakt.

Mit 17 legte Claassen an seiner Schule in Hannover ein Traumabitur mit einer Durchschnittsnote von 0,7 hin. Er entscheidet sich für das Studium von Wirtschaftswissenschaften und Medizin. Der Medizin kehrt er nach drei Semestern den Rücken, schnuppert dafür in künstlerische Bereiche hinein, schreibt ein Buch über Großhirnforschung. Nach seinem Abschluss als Diplom-Ökonom in Hannover geht er zur Forschung an das Templeton College nach Oxford. Zurück in Hannover promoviert er im Fach Staatswissenschaften.

Schon während seiner Doktorarbeit arbeitet er bei der Düsseldorfer Unternehmensberatung McKinsey, 1989 wechselt er zu Ford und übernimmt leitende Funktionen in England und Köln. Drei Jahre später kommt er zu Volkswagen nach Wolfsburg und steigt dort auf in den Markenvorstand von VW. 1994 wird er Finanzchef bei der VW-Tochter Seat in Barcelona. Im April 1997 wird er an die Spitze des Vorstandes des Göttinger Biotechnologie-Unternehmens Sartorius AG berufen. Hinzu kommen im Laufe der Zeit dutzendweise Ehrenämter und Verbandsfunktionen.

Für gut zwei Monate war er Mitte 1997 Präsident beim damaligen Fußball-Regionalligisten Hannover 96. Der Verein war damals hoch verschuldet und agierte deutlich über die Finanzverhältnisse. Claassen gab sein Amt wieder ab. Er war massiv bedroht worden, weil er unangenehme Dinge ans Tageslicht gebracht hatte.

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