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03.05.2016

17:23 Uhr

Eine Frage des Timings

Brexit-Entscheidung bestimmt Poker um Börsen-Fusion

Der Poker um die Londoner Börse hängt vor allem vom Timing ab: Ein EU-Austritt Großbritanniens würde ihren Wert drücken. Der US-Rivale ICE soll daher noch vor der Brexit-Entscheidung eine Gegenofferte vorlegen.

Käme es zum „Brexit“, würde der Wert der London Stock Exchange nach Einschätzung von Analysten stark fallen. AP

Poker um die Londoner Börse

Käme es zum „Brexit“, würde der Wert der London Stock Exchange nach Einschätzung von Analysten stark fallen.

Frankfurt/LondonIn der weltweiten Börsenlandschaft herrscht gespannte Ruhe. Mitte März haben die London Stock Exchange (LSE) und die Deutsche Börse Details ihres gut 25 Milliarden Euro schweren Fusionsplans vorgestellt. Seitdem warten alle auf die Reaktion des US-Konkurrenten ICE: Wird das Unternehmen aus Atlanta eine Gegenofferte für die LSE auf den Tisch legen und so einen europäischen Champion verhindern? Oder halten die Amerikaner die Füße still und überlassen den Deutschen das Feld?

Der Ausgang des Pokers könnte am Ende maßgeblich vom Timing abhängen. Der Termin, den die Entscheidungsträger in den Firmen dabei genauso wie Branchenexperten im Blick haben, ist der 23. Juni. An diesem Donnerstag stimmen die Briten über einen möglichen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ab.

Käme es zum „Brexit“, würde der Wert der LSE nach Einschätzung von Analysten sinken. Experten gehen davon aus, dass die EU dann unter anderem verbieten würde, Euro-Derivate in London abzuwickeln. Dann müsste die LSE-Tochter LCH.Clearnet viele Geschäfte aufgeben oder diese in die EU verlagern.

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Xavier Rolet, Chef der Londoner Börse LSE, kritisiert den amerikanischen Rivalen ICE. Der hat sich in die Übernahmepläne der Deutschen Börse eingemischt – und das passt dem Franzosen an der Spitze der LSE nicht.

Deutsche Börse und LSE sind der Ansicht, dass ihre Fusion unabhängig vom Ausgang des Referendums Sinn macht. Bei Bedarf könnten bei einem „Brexit“ Geschäfte innerhalb des Konzerns von London nach Frankfurt verschoben werden.

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde die geplante Fusion nicht gefährden, sagte der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, kürzlich in einem Interview. „Mehr noch: Ein 'Brexit' könnte sogar für Frankfurt eine Chance sein.“

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