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15.12.2012

15:57 Uhr

Einigung

Hamburg baut Elbphilharmonie weiter mit Hochtief

Die Stadt Hamburg hat sich mit Hochtief auf die gemeinsame Fertigstellung der Elbphilharmonie geeinigt. Die Stadt muss Mehrkosten von weiteren 198 Millionen tragen, Hochtief übernimmt das restliche finanzielle Risiko.

Die Elbphilharmonie wird von Hochtief  fertig gestellt. dpa

Die Elbphilharmonie wird von Hochtief fertig gestellt.

HamburgTrotz jahrelangen Streits um Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen will die Stadt Hamburg die Elbphilharmonie mit dem Baukonzern Hochtief gemeinsam zu Ende bauen. Hochtief habe der Stadt ein Angebot gemacht, das spektakuläre Konzerthaus im Hafen für 198 Millionen Euro Mehrkosten zusammen mit den Architekten Herzog & de Meuron zu Ende zu bauen, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Samstag nach einer Sondersitzung des Senats. Gleichzeitig verzichtet Hochtief auf sämtliche Nachforderungen und übernimmt das alleinige Risiko. „Das ist ein Vorschlag, der wirtschaftlich vernünftig ist und falls es teurer wird, sind es nicht die Risiken der Stadt, sondern die von Hochtief“, sagte Scholz.

„Die Verhandlungen waren sehr kompliziert. Es ging um die Frage, wie kommt man eigentlich zusammen?“, gab der Bürgermeister zu. Noch in der Vorwoche hätte es so ausgesehen, als ob man Hochtief kündigen werde. Jetzt will die Stadt das Konzerthaus grundsätzlich mit Hochtief zu Ende bauen, die Verträge sollen bis zum 28. Februar 2013 unterschrieben werden.

Damit werde das Gebäude im Hafen die Steuerzahler nun insgesamt 575 Millionen Euro kosten, Hotel und Parkhaus inklusive, statt der ursprünglich veranschlagten 77 Millionen Euro. Die Übergabe des Gebäudes soll im Juli 2016 erfolgen, die Eröffnung verschiebt sich nochmals auf Frühjahr 2017.

Der Vorstandsvorsitzende von Hochtief, Marcelino Fernández Verdes, mit dem Scholz bis zum Schluss verhandelt hat, begrüßte die Entscheidung: „Die Neuordnung des Projekts wird möglich, weil alle Parteien zu weitgehenden finanziellen Zugeständnissen bereit sind.“ Hochtief werde „viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilharmonie so schnell und so gut wie möglich zu realisieren“. Im Gegenzug erhielten alle Seiten die nötige Klarheit über die Kosten.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und der Baukonzern über explodierende Kosten und Zeitverzögerungen beim Bau der Elbphilharmonie. Seit einem Jahr ruhen die Bauarbeiten nahezu vollständig. Anfangs sollte das Konzerthaus die Steuerzahler nur 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Nach neuer Planung soll es jetzt bis zum 31. Oktober 2016 abnahmereif fertiggestellt werden; die Eröffnung ist für Frühjahr 2017 geplant.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Ronny

15.12.2012, 17:58 Uhr

Welches Bauvorhaben der öffentlichen Hand endet, wenn es nicht gar verendet mit einer Kostenvervielfachung. Und was muß man sich dann anhören, Preissteigerungen, gestiegene Materialpreise usw. Warum können das private Unternehmen ungefähr einkalkulierwn und zur Absicherung schließen sie dann Warentermingeschäfte ab. Bauverzögerungen kommen hinzu durch fehlerhafte Planungen etc. Ich ziehe daraus dolgende Schlüsse:
1. Man kann mir nicht erzählen, das eine verfünfachung der Kosten wie bei der Hamburger Philharmonie oder Stuttgart 21 (Dort wird man wohl bei 10 Mtd. landen, bzw. abstürzen)oder man nehme den Flughafen Berlon-Potsdam. Da steckt meiner Ansicht mehr dahinter. Daraus entsehende gigantische Verluste haben einen Umfang und schon eine Gewohnheit angenommen, dass man fast schon andere Machenschaften vermuten kann.
2. Man sollte der öffentlichen Hand schlichtweg verbieten, selbst zu planen und zu bauen. Bauvorhaben sollten ausgeschrieben und dann schlüsselftig vergeben werden.
3, Die entsprechenden Verträge dürfen erst geschloßen werden, wenn durch Bau- und Rechtsexperten geklärt wurde, dass das gewünschte Bauvorhaben nach Recht und Gesetz und nach Art und Weise der Bebauung auch durchgeführt werden kann.
4. Private Unternehmen, die natürlich entsprechend finanzstark sein müssen übernehmen dann die Risiken, dass gemäß Kostenrahmen und Zeitvorgabe fertiggestellt wern kann.

Das größte Unheil passiert doch immer wieder, wenn örtliche Politiker ihren Pröttel mit kleineren Unternehmen haben, die häufig nicht genug Know How oder Personal haben..
Ist dann die Karre in den Sand gefahren handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkte Hoffnung, die dann halt pleite ist.
Diese Probleme sind nicht unbekannt, trotzdem wehren sich die Landes- und Provinzpoliker mit Händen und Füßen gegen Änderungen.
Warum wohl?
Das es ihnen um Arbeitsplätze vor Ort geht ist lächerlich. Wieviel Arbeitsplätze gehen durch die gigantischen Verluste der öffentlichen Hand verloren?

Nachwuchs

15.12.2012, 19:15 Uhr

Man nenne mir einen Grund warum nie die Preise/Zeiten usw. von den Experten grundsätzlich nie eingehalten werden. Ich nenne dies vorsätzlichen Betrug und wundere mich, warum man sich weigert diese Firma/Experten zu verklagen. Warum erhalten diese Experten kein lebenslangen Berufsverbot wie die Ärzte und werden namentlich in einer öffentlichen Liste mit Firmennamen, Anschrift usw. EU-weit veröffentlicht? Wieso herrscht hier ein absolutes Täterschutz verhalten?

Account gelöscht!

16.12.2012, 06:41 Uhr

Man musste ja mit Hochtief weiterarbeiten, denn es darf ja kein Aussenstehender die Betrügereien entdecken.

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