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21.01.2011

06:00 Uhr

Ekkehard Schulz

Preuße mit Bodenhaftung

VonMartin Murphy

Zwölf Jahre lang hat Ekkehard Schulz an der Spitze von Thyssen Krupp verbracht. Damit ist der 69-Jährige der am längsten amtierende Vorstandschef im Bösenleitindex Dax. Mit dem Vorstandswechsel bei Thyssen-Krupp geht einer der letzten echten Ruhrbarone.

Nach zwölf Jahren verlässt Ekkehard Schulz die Spitze von Thyssen Krupp - ein Pivatier will er aber nicht werden. Quelle: dpa

Nach zwölf Jahren verlässt Ekkehard Schulz die Spitze von Thyssen Krupp - ein Pivatier will er aber nicht werden.

ESSEN. Wenn die Hauptversammlung von Thyssen-Krupp am heutigen Nachmittag endet, dann wird sich Ekkehard Schulz erst einmal ein Bier gönnen. Nach den vielen Reden ziehe er ein Bier einfach einem Glas Wein vor, sagt Schulz. Aber auch in anderer Hinsicht passt ein Pils besser zu dem 69-Jährigen. Es ist Ausdruck der Bodenständigkeit, die der Preuße in seiner 40-jährigen Karriere nie verloren hat.

Zwölf Jahre davon hat Schulz an der Spitze von Thyssen-Krupp verbracht, er ist damit der derzeit am längsten amtierende Vorstandschef im Börsenleitindex Dax. Mit dem Ende der Hauptversammlung wird Schulz den Vorstandsvorsitz an Heinrich Hiesinger abgeben. Wehmut mag ihn in stillen Momenten beschleichen, öffentlich sperrt er sich dagegen.

Bei seiner Rede wird der hochgewachsene Manager mit den akkurat gescheitelten Haaren nicht in Erinnerungen schwelgen. "Mich selbst zu feiern, das ist nicht meine Art. Die Hauptversammlung ist eine Zeit, um Dank zu sagen an die Mannschaft und auch an die Aktionäre, die uns in der Krise die Stange gehalten haben", sagt er dem Handelsblatt.

In diesen Tagen findet ein Generationswechsel in der Stahlindustrie statt. Nach Schulz wird Wolfgang Leese altersbedingt seinen Chefposten bei der Salzgitter AG abgeben. Leese wie Schulz haben über die Jahre ihre Firmen ausgehend vom Stahl in neue Geschäftsfelder geführt. An ihren Nachfolgern - Hiesinger bei Thyssen-Krupp und Heinz Jörg Fuhrmann bei Salzgitter - liegt es nun, diese Sparten zu erweitern.

Bei Thyssen-Krupp wird zunächst zwar der Schuldenabbau im Vordergrund stehen, doch dann soll es Platz für einen Ausbau der Geschäftsfelder Anlagenbau und Aufzüge geben. Die in der Division Technologies zusammengefassten Bereiche waren wegen der Krise und der Großprojekte in Amerika kurzgehalten worden.

Vor allem der Bau einer Stahlhütte in Brasilien und von Verarbeitungswerken im Süden der USA hat die Finanzkraft des Ruhrkonzerns arg belastet. Obwohl die Kosten für die Großprojekte mit zehn Milliarden Euro deutlich höher ausfallen, verteidigt Schulz den Schritt. "Eine solche Entscheidung ist nicht eine für zwei oder drei Jahre, das ist eine für Generationen."

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