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24.03.2012

15:04 Uhr

Elektronik-Konzern

Zeichen für Führungswechsel bei Bosch

VonMartin-W. Buchenau

Franz Fehrenbach ist alles andere als amtsmüde. Und doch deutet sich eine Personal-Rochade an, die den Bosch-Chef auf den machtvollen Chefposten im Aufsichtsrat befördern könnte. 2013 läuft sein bisheriger Vertrag aus.

Noch gibt er keinen Kommentar zu der möglichen Rochade: Franz Fehrenbach, Vorstandsvorsitzender des Industriekonzerns Bosch. dpa

Noch gibt er keinen Kommentar zu der möglichen Rochade: Franz Fehrenbach, Vorstandsvorsitzender des Industriekonzerns Bosch.

StuttgartFranz Fehrenbach ist verschnupft. Die Erkältung hat der Bosch-Chef von seiner Chinareise mitgebracht, von der er kurz zuvor zurückgekehrt ist. Was ihn nicht davon abhält, gestern auf dem „Technischen Kongress“ des Automobilverbandes VDA über eines seiner Lieblingsthemen zu sprechen: „Zukunft gestalten – Innovationen für Mobilität“. Trotz Heiserkeit redet der 62-Jährige mehr als eine halbe Stunde.

Wenn es dagegen um seine eigene Zukunft geht, wird Fehrenbach einsilbig. „No comment“, sagt er auf die Frage nach Spekulationen, dass er noch in diesem Jahr die operative Führung abgeben wird und Hermann Scholls Position als Aufsichtsratschef und Vorsitzender der Robert Bosch Industrietreuhand übernehmen wird. Das hatte das „Manager Magazin“ berichtet. Fehrenbach lächelt nur und geht.

Scholl hat Fehrenbach zu diesem Kongress begleitet, so wie er überhaupt bei vielen Dienstreisen dabei ist. Die Frage, ob er denn amtsmüde sei, beantwortet der Hobby-Cellist zweistimmig. „Ich bin 76. Ich werde das nicht machen, bis ich 100 bin.“ Und dann schiebt er noch nach: „Ich habe noch viel Spaß an dem, was ich tue.“

Die Antwort spricht nicht für einen Wechsel in diesem Jahr. Dennoch gibt es in der Konzernzentrale Überlegungen, wie es weitergeht. Denn Fehrenbachs Vertrag läuft bis Mitte 2013 aus. Er wäre dann 64 Jahre alt und hätte wie Vorgänger Scholl zwei Amtszeiten hinter sich.

Fehrenbach selbst strotzt noch vor Tatendrang. Dennoch besteht ein gewisser Handlungsbedarf. Denn Scholl wird im nächsten Jahr 78. Und seine Position im Konzern ist von enormer Bedeutung. Der Mann, der seit 1962 im Unternehmen ist – 39 Jahre in der Geschäftsführung, zehn Jahre davon als Vorsitzender –, ist der heimliche Chef im Hintergrund.

Das liegt an der Konstruktion des Stiftungsunternehmens. Scholl ist nicht nur Aufsichtsratschef, sondern seit neun Jahren auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Die Industrietreuhand KG ist die Tafelrunde der Firma. Die zehn Herren, darunter Ex-BASF-Chef Jürgen Hambrecht und Michael Otto, nehmen für die Bosch-Stiftung die Stimmrechte und damit die Eigentümerrechte wahr.

Sie bilden eine Art Superaufsichtsrat, in dem auch Fehrenbach bereits sitzt. Hier werden die ganz großen Weichen gestellt.

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