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25.04.2013

13:57 Uhr

EnBW-Hauptversammlung

„Wir haben noch nicht die kritische Masse erreicht“

Der Energieversorger EnBW will vor allem in Windkraft investieren. Das ist auch nötig – denn im herkömmlichen Stromgeschäft gab es starke Rückschläge. Auch bei der Rechtstreue sieht EnBW-Chef Mastiaux Handlungsbedarf.

Will bei EnBW aufräumen: Der Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns. dpa

Will bei EnBW aufräumen: Der Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns.

Karlsruhe/Stuttgart Deutschlands drittgrößter Versorger EnBW will künftig mehr Geld in erneuerbare Energie investieren und Zweifel an seiner Rechtstreue ausräumen. „Das Energiegeschäft wandelt sich tiefgreifend - und die EnBW wird es auch tun“, sagte der seit Oktober an der Vorstandspitze von EnBW stehende frühere E.ON -Manager Frank Mastiaux am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Karlsruhe.

Nachholbedarf bestehe vor allem bei alternativen Energien. „Bei den erneuerbaren Energien haben wir längst noch nicht die erforderliche kritische Masse erreicht“, sagte Mastiaux vor den Anteilseignern. Das Unternehmen hat nur wenige freie Aktionäre: 93,5 Prozent der Anteile gehören zu jeweils gleichen Teilen dem Land Baden-Württemberg sowie einem Zweckverband oberschwäbischer Landkreise (OEW).

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EnBW werde vor allem die Windkraft ausbauen, kündigte Mastiaux an. An Land prüfe das Unternehmen derzeit 160 Standorte, an denen bis zu 500 Windkraftanlagen entstehen könnten. Auch die verfügbaren Potenziale bei der Wasserkraft wolle EnBW ausschöpfen. Jedoch hat EnBW nur einen sehr beschränkten Handlungsrahmen.

So sanken die Investitionen des baden-württembergischen Energieversorgers 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf rund 877 Millionen Euro. Der mit 46 Prozent größte Teil des Geldes floss jedoch nicht in neue Projekte, sondern in die Erhaltung und Instandhaltung des schon bestehenden Kraftwerkparks. Gerade einmal 18 Prozent der Summe investierte das Unternehmen in den Ausbau der erneuerbaren Energien – einen Großteil nicht in Deutschland, sondern in der Türkei, wie das Unternehmen bei der Vorlage seiner Bilanz Anfang März mitteilte.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Im Zuge der Energiewende habe sich die Energieerzeugung in Deutschland „tiefgreifend“ gewandelt. 450 konventionellen Kraftwerken stünden inzwischen 1,3 Millionen dezentrale, erneuerbare Erzeugungsanlagen gegenüber. „Statistisch gesehen ist jeder 60. Deutsche ein Energieversorger“, rechnete Mastiaux vor. Das bringe die Stromerzeugung als Kerngeschäft von EnBW unter Druck.

Kommentare (2)

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vandale

25.04.2013, 14:49 Uhr

Das Unternehmen wurde mit der Energiewende schwer angeschlagen. Wenn die verbleibenden 2 modernen und umweltfreundlichen Kernkraftwerke abgeschaltet werden, könnte das Unternehmen in die Insolvenz geraten.

Vandale

PeterE

25.04.2013, 22:33 Uhr

Inwieweit KKW´s umweltfreundlich sind können die Meinungen stark auseinander gehen. Betriebswirtschaftlich hat er aber recht. Das was da konventionell rumsteht ist auch nicht berühmt, teilweise defizitär wie RDK 4 in Karlsruhe und gehört eigentlich stillgelegt! Investitionen in Erneuerbare dürften sich frühesten einige Jahre nach Bau und Inbetriebnahme rechnen - vorausgesetzt der dicke Altmeier kommt nicht mit seiner "Strombremse" durch. Tja, Mappus hat dem Ländle ein ganz schönes Ei gelegt.

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