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09.01.2013

11:54 Uhr

Absatzerfolg

E10-Hersteller profitiert vom Biosprit-Boom

VonDana Heide

Trotz sozialer und ökologischer Bedenken ist der Absatz des Biokraftstoffs E10 weiter gestiegen. In Deutschland verdient daran vor allem die Südzucker-Tochter Cropenergies.

Alternativer Kraftstoff: Immer mehr Verbraucher tanken Bioethanol. dpa

Alternativer Kraftstoff: Immer mehr Verbraucher tanken Bioethanol.

DüsseldorfTank oder Teller – unter diesem Motto wurde in den vergangenen Monaten die von der EU-Kommission forcierte Einführung des Biokraftstoffs E10 heftig debattiert. Dem Absatz des Treibstoffs, das vor allem aus Getreide und Rüben hergestellt wird, hat das offenbar keinen Abbruch getan.

Trotz der Bedenken findet Bioethanol in Deutschland guten Absatz. Der größte deutsche Hersteller Cropenergies produzierte im dritten Quartal per Ende November erstmals mehr als 200.000 Kubikmeter Bioethanol, wie das Mannheimer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Südzucker-Tochter erzielte in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Rekordgewinn von 94 Millionen Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

Der Absatzerfolg des Biosprits überrascht – seit seiner Einführung im Jahr 2011 wurde der Kraftstoff stets scharf kritisiert. Immer wieder hatten unter anderem Nichtregierungsorganisationen wie Oxfam darauf hingewiesen, dass die Herstellung des von E10 zu einer weltweiten Verteuerung von Lebensmitteln führe und daher Hungersnöte verschärft würden. Bis 2020 wird die staatliche Förderung für Biosprit aus Nahrungsmitteln in der Europäischen Union nach einem Vorschlag der EU-Kommission deshalb auslaufen. Stattdessen wird auf alternative Kraftstoffe aus Abfall gesetzt.

Nach den Daten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurden in Deutschland von Januar bis Ende September vergangenen Jahres 1,9 Millionen Tonnen Super E10 getankt. Damit hat der alternative Kraftstoff in den ersten drei Quartalen einen Anteil von knapp 14 Prozent im Benzinmarkt erreicht. Im gleichen Zeitraum betrug der Marktanteil 2011 noch 8,6 Prozent.

Eine Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft von Mai vergangenen Jahres hatte ergeben, dass bereits ein Drittel der Besitzer von Benzinern E10 getankt haben – im Juli 2011 waren es erst 24 Prozent. Der Grund für die Entscheidung für E10 hat jedoch nur wenig mit dem Umweltbewusstsein zu tun: Vier von fünf Befragten gaben an, dass der Sprit billiger war und sie daher aus Kostengründen zum E10-Hahn gegriffen hätten.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Zudem gaben gerade einmal fünf Prozent der befragten E10-Abstinenzler als Grund für Ihre Verweigerung Umwelt- oder ethische Bedenken an. 73 Prozent der konventionellen Tanker hatten dagegen die Befürchtung, dass E10 ihrem Auto schadet.

Mit Material von Reuters.

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