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04.04.2016

14:12 Uhr

Acciona-Übernahme

„Eine ganz große Sache für Nordex“

Der Windturbinenbauer Nordex hat die Übernahme des spanischen Konkurrenten Acciona Windpower in trockene Tücher gebracht. Firmenchef Krogsgaard sieht die Kartell-Genehmigung als Startschuss für eine neue Ära.

Der Windkraftanlagen-Hersteller hat die Übernahme des Konkurrenten Acciona Windpower abgeschlossen. dpa

Nordex

Der Windkraftanlagen-Hersteller hat die Übernahme des Konkurrenten Acciona Windpower abgeschlossen.

Hamburg/RostockDer Weg für den Zusammenschluss des Windkraft-Anlagenbauers Nordex mit dem spanischen Windpark-Betreiber Acciona Windpower ist frei. Alle vertraglichen Voraussetzungen seien nach der kartellrechtlichen Prüfung inzwischen erfüllt, das Geschäft sei damit abgeschlossen, teilte Nordex am Montag in Hamburg mit. Acciona Windpower und Nordex seien nun ein gemeinsames Unternehmen.

Nordex sieht die Kartell-Genehmigung als Startschuss für eine neue Ära. „Die formale Basis für den Zusammenschluss ist jetzt gegeben“, sagte Nordex-Chef Lars Bondo Krogsgaard der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Integrationsphase beginnt heute. Nun müssen wir liefern und beweisen, dass wir erreichen, was wir versprochen haben.“ Das sei „eine ganz große Sache für Nordex“, betonte der Manager.

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In der Windenergiebranche beginnt das große Fressen: Nordex fusioniert mit Acciona, Siemens greift nach Gamesa und Senvion drängt an die Börse. Im Überlebenskampf der Turbinenbauer zählt Größe. Wer zu klein ist, stirbt.

Die neue Gruppe hat nach eigenen Angaben bislang zusammen mehr als 18 Gigawatt Leistung in über 25 Ländern installiert. Sie erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und beschäftigt über 4800 Mitarbeiter. Zum Fertigungsverbund gehören Werke in Rostock, Spanien, Brasilien, den USA und in Kürze auch in Indien.

Die Kosten für die Integration schätzte Krogsgaard bis 2019 auf 25 Millionen Euro. Dem stehen jährliche Einsparungen von 95 Millionen Euro entgegen, die bis dann ebenfalls erreicht werden sollen. Dabei seien Stellenstreichungen so gut wie kein Thema, betonte Krogsgaard. Die Unternehmen ergänzten sich ideal. Während Nordex in Europa und dem Nahen Osten stark ist, hat AWP sein Augenmerk auf Amerika und den Schwellenländern.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Nordex hatte den 785 Millionen Euro schweren Zukauf im Oktober angekündigt. Einen Teil des Kaufpreises zahlt der Konzern in bar, einen Teil in Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Der bisherige AWP-Eigentümer, der spanische Mischkonzern Acciona, wird im Zuge des Deals mit 29,9 Prozent größter Nordex-Einzelaktionär. Der Anteil der bisherigen Hauptaktionäre, Firmen der BMW-Erbin Susanne Klatten und ihres Mannes Jan, sinkt dabei auf 5,7 Prozent von zuvor 22,8 Prozent.

In der Führungsetage spiegelt sich der Zusammenschluss bereits wider. Der Aufsichtsrat bestellte die beiden Acciona-Manager Jose Luis Blanco und Patxi Landa in den Vorstand, wie Nordex mitteilte. Blanco werde den stellvertretenden Vorsitz übernehmen und als COO das operative Geschäft verantworten.

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