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30.04.2013

11:58 Uhr

Aktionäre entmachtet

Solarworld einigt sich mit Gläubigern

Solarworld hat mit den wichtigsten Gläubigern einen Schuldenschnitt ausgehandelt und kann so seine Verbindlichkeit deutlich reduzieren. Doch für die Kleinanleger hat das Folgen – die Aktionäre werden entmachtet.

Solarworld hat sich mit den Gläubigern geeinigt. dapd

Solarworld hat sich mit den Gläubigern geeinigt.

BonnDie Eigentümer und Gläubiger der Solarworld AG müssen für die Rettung des finanziell angeschlagenen Unternehmens tief in die Tasche greifen. Mit wichtigen Gläubigern sei eine Einigung erzielt worden, die einen Schuldenschnitt vorsieht, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Dadurch sollen die langfristigen Verbindlichkeiten um etwa 60 Prozent verringert werden.

Im Gegenzug werden die Gläubiger im Rahmen eines drastischen Kapitalschnitts Haupteigentümer des Unternehmens und bestimmen damit künftig den Kurs mit. Die derzeitigen Aktionäre werden entmachtet.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Größter Einzelaktionär ist bisher Vorstandschef und Unternehmensgründer Frank Asbeck mit knapp 28 Prozent der Anteile. Die zuständigen Gremien müssen der Einigung noch zustimmen. Solarworld war unter anderem durch Billig-Konkurrenz aus China in den Strudel der Branchenkrise geraten, der Aktienkurs brach ein.

Solarworld hatte das vergangenen Jahr mit Horrorzahlen abgeschlossen: 2012 brach der Umsatz nach Angaben vom Montagabend von 1,045 Milliarden Euro auf 606 Millionen Euro ein. Der operative Verlust weitete sich um mehr als das Doppelte auf 492,4 Millionen Euro aus. Zuvor hatte Solarworld mitgeteilt, dass das Eigenkapital des Unternehmens komplett aufgezehrt ist.

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Von

dpa

Kommentare (1)

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vandale

30.04.2013, 12:28 Uhr

Solarenergie ist mangels ausreichender Einstrahlung der Sonne und des vom Strombedarf unabhängigen Ertrags auf diesem Planeten nicht wirtschaftlich. Die Wirtschaftlichkeit ist damit vollkommen abhängig von den Subventionsgesetzen einzelner Staaten.

Aufgrund der wirtschaftlichen Situation in der Welt und den Hauptsubventionsstaaten ist meines Erachtens eher mit sparsameren Subventionsgesetzen und schrumpfenden Subventionen zu rechnen.

Die Kapazitäten der Solarbranche liegen weit über einem vorhersehbaren Subventionsrahmen.

Insofern ist es sehr wahrscheinlich, dass der Preiskampf dieser Branche weitergeht und Solarworld früher, oder später weitere Verluste generiert. Aktien- und Anleiheanleger sollten sich mittelfristig mit weiteren Verlusten anfreunden.

Vandale

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