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27.02.2013

18:15 Uhr

AKW-Abschaltung

Hessen droht Millionenklage durch RWE

Der Energieversorger RWE hat mit seiner Klage gegen die Abschaltung des Atomkraftwerks Biblis einen Teilerfolg erzielt. Die angeordnete Stilllegung war rechtswidrig. Jetzt geht es ums Geld.

Der Konzern könnte nun Schadenersatz fordern. dpa

Der Konzern könnte nun Schadenersatz fordern.

KasselDer Energiekonzern RWE hat im Streit um die 2011 eingeleitete Atomwende vor Gericht einen Etappensieg erzielt. Die im März 2011 vom Hessischen Umweltministerium für drei Monate angeordnete Stilllegung der Blöcke A und B des Atomkraftwerks Biblis sei rechtswidrig gewesen, urteilte der Hessische Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch. RWE sei nicht ausreichend Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden.

„In beiden Fällen liegt ein Anhörungsmangel vor", sagte die Richterin Ruth Fischer. Eine Revision sei ausgeschlossen. Gegen diese Nichtzulassung könne das hessische Umweltministerium jedoch Beschwerde einlegen, sagte ein Sprecher des Gerichts. Das Land Hessen muss dennoch zunächst mit einer Klage auf Schadenersatz von 187 Millionen Euro rechnen.

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Stühlerücken bei Deutschlands größten Energieversorgern.

RWE hatte unter seinem früheren Chef Jürgen Großmann als einziger AKW-Betreiber in Deutschland gegen die im März 2011 angeordnete befristete Abschaltung seiner Meiler geklagt. Er musste die Blöcke in Biblis nach der Anordnung des hessischen Umweltministeriums zunächst für drei Monate abschalten. Nur um diesen Zeitraum ging es am Mittwoch, nicht um das endgültige Aus für die Meiler.

Der Bund und die Länder hatten sich nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima darauf verständigt, die sieben ältesten Atomkraftwerke vorerst abzuschalten. Im Sommer folgte der beschleunigte Atomausstieg. Damit wurden die sieben ältesten Meiler und der Pannenreaktor in Krümmel stillgelegt. Die restlichen neun Atomkraftwerke in der Bundesrepublik müssen bis 2022 vom Netz.

Gegen die endgültige Stilllegung klagen neben RWE auch die Betreiber Eon und Vattenfall. Allein Eon will vom Steuerzahler acht Milliarden Euro Schadenersatz kassieren. Das Verfahren dürfte nach Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht entschieden werden.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Von

rtr

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

27.02.2013, 18:20 Uhr

So eine Schweinerei muss man sich mal vor Augen führen! Jahrzehntelang haben die Energiekonzerne Subventionen in Milliardenhöhe vom Steuerzahler eingesackt, und nun kassieren die nochmals zig Milliarden für die Abschaltung!
Und den Abbau der Ruinen darf auch noch der Steuerzahler übernehmen! Mal von den Endlagerkosten ganz abgesehen!
Wenn das kein Betrug am Volk per Gesetz ist, dann weis ich auch nicht...
Unterm Strich hat dem deutschen Steuerzahler 1kWh Atomstrom im nachhinein locker mal 2 Euro gekostet!
Und so ein Dreck wurde dem dummen Deutschen Volk 50 Jahre lang als billigste Energieproduktion verkauft! Dank unsere gekauften Politiker-Pappenheimer ist sowas halt möglich....

Hofmannmedia

27.02.2013, 19:09 Uhr

Hallo Hellboy,
wie kommst du auf 2€ pro kWh?

Account gelöscht!

27.02.2013, 19:14 Uhr

das könnte sich doch niemand leisten...

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