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30.11.2013

03:55 Uhr

Angeschlagener Konzern

Thyssen-Krupp verkauft US-Stahlwerk

Der strauchelnde Konzern Thyssen-Krupp hat sich zum Verkauf des US-Stahlwerks entschlossen. Käufer sind für einen Preis von 1,55 Milliarden Dollar (1,14 Mrd Euro) die Stahlkonzerne Arcelor-Mittal und Nippon Steel.

Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verkauft nach langen Verhandlungen sein verlustreiches Stahlwerk in den USA. Reuters

Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verkauft nach langen Verhandlungen sein verlustreiches Stahlwerk in den USA.

DüsseldorfNach einer anderthalbjährigen Hängepartie kann der angeschlagene Konzern Thyssen-Krupp eines seiner beiden Problem-Stahlwerke in Übersee abstoßen. Weltmarktführer Arcelor-Mittal teilte am Freitagabend mit, gemeinsam mit Nippon Steel für 1,55 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro) die ThyssenKrupp-Anlage im US-Bundesstaat Alabama zu übernehmen.

Das Schwesterwerk im brasilianischen Rio de Janeiro, dessen Verkauf ebenfalls lange in der Diskussion war, wird dagegen bei ThyssenKrupps brasilianischer Gesellschaft CSA verbleiben. Wie der angeschlagene Essener Konzern weiter mitteilte, wurde mit dem Käuferkonsortium vereinbart, dass es bis 2019 jährlich zwei Millionen Tonnen Rohstahl aus dem Werk in Brasilien abnimmt. Das Werk verfügt demnach über eine jährliche Produktionskapazität von rund fünf Millionen Tonnen Rohstahl. Laut dem Essener Konzern ist die Anlage in Rio de Janeiro mit der nun geschlossenen Vereinbarung für die kommenden Jahre zu mindestens 40 Prozent ausgelastet.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

"Wir haben eine tragfähige Lösung für Steel Americas gefunden", erklärte Hiesinger. Der Liefervertrag sei ein erster wesentlicher Schritt für die Entkoppelung der beiden Stahlwerke. "Mit dem Liefervertrag reduzieren wir unser Risiko und schaffen gleichzeitig die Voraussetzung dafür, CSA mittelfristig in die schwarzen Zahlen zu führen." Es sei die derzeit beste Lösung für die Sparte Steel Americas, betonte Hiesinger. Alle anderen Optionen seien wirtschaftlich "nicht tragfähig".

Wie Thyssen-Krupp erklärte, steht die Transaktion noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden in den USA und einigen weiteren Ländern. Der angeschlagene Industriekonzern versucht seit langem, die beiden Werke der Sparte Steel Americas in Brasilien und den USA zu verkaufen, die als milliardenschwere Fehlinvestitionen gelten. Erst im August hatte der Konzern eine erneute Abschreibung in Höhe von 683 Millionen Euro auf das Amerika-Geschäft bekanntgegeben.

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