Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2016

15:44 Uhr

Anglo American

Bergbaukonzern verkauft Kohle-Sparte

Dem Bergbaukonzern Anglo American machen die niedrigen Rohstoffpreise zu schaffen. Um die Schulden zu drücken, wollen die Südafrikaner nun doch die Kohle-Sparte zu Geld machen. Eine Besserung scheint aber nicht in Sicht.

Der Bergbaukonzern will seine Kohle-Sparte loswerden. AFP

Anglo American in Johannesburg

Der Bergbaukonzern will seine Kohle-Sparte loswerden.

JohannesburgDer hoch verschuldete Bergbaukonzern Anglo American zieht angesichts des Preisverfalls bei Rohstoffen die Reißleine. Die Geschäfte mit Kohle, Eisenerz und Nickel sollen verkauft werden, teilten die Südafrikaner am Dienstag mit. Anglo American will sich künftig auf Diamanten, Platin und Kupfer konzentrieren.

Insgesamt will die Nummer fünf unter den Bergbaukonzernen im laufenden Jahr bis zu vier Milliarden Dollar durch den Verkauf von Geschäftsbereichen einnehmen. Dadurch sollen die Schulden auf unter zehn Milliarden Dollar gedrückt werden.

Experten bezweifeln aber, dass das gelingt. „Wir hatten im Mai vorgeschlagen, dass Anglo aus dem Eisenerzgeschäft aussteigen soll. Leider passiert es erst jetzt, wo sich das Marktumfeld weiter verschlechtert hat“, schrieben die Investec-Experten.

Erst am Montag hatte die Ratingagentur Moody's die Note für die Südafrikaner weiter in den Ramsch-Bereich herabgesetzt. Solche Anleihen gelten als hoch spekulativ, Unternehmen müssen dafür kräftige Zinsaufschläge zahlen.

Die größten Goldproduzenten

Platz 10

Sibanye Gold - 44,2 Tonnen

Zum südafrikanische Goldproduzenten gehören die Minen Kloof and Driefontein in der Region West Witwatersrand und die Mine Beatrix in der Provinz Free State.

Quelle: Unternehmensangaben, GFMS, Thomson Reuters

Platz 9

Polyus Gold International - 50,9 Tonnen

Das russische Goldunternehmen hat seine Produktion seit 2004 enorm ausgeweitet. Seitdem die Matrosov-Goldmine erschlossen wurden, gehören die Moskauer zu den größten Goldproduzenten der Welt.

Platz 8

Gold Fields - 55,5 Tonnen

Der südafrikanische Minenbetreiber ging aus der britischen Holding „The Gold Fields of South Africa“ hervor und betreibt heute auch Minen in Australien, Ghana, Peru.

Platz 7

Newcrest Mining - 66,9 Tonnen

Die Unternehmen aus Melbourne fördert Gold in Australien, Indonesien und Papua Neuguinea. Mit der Übernahme von Linir Gold stieg es 2010 zu den größten Goldproduzenten der Welt auf.

Platz 6

Navoi Mining and Metallurgy Combinat - 74,1 Tonnen

Mit dem Uran- und Goldabbau gehört das Staatsunternehmen zu den größten in Uzbekistan. 2011 erwirtschaftete der Minenbetreiber einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Kinross Gold - 77,2 Tonnen

Auch die Kanadier gehören erst seit der Übernahme von Red Back Mining zu den größten Goldproduzenten. Sie betreiben zehn Minen in acht Ländern, unter anderem in Ghana und Mauretanien.

Platz 4

Goldcorp - 82,4 Tonnen

Der zweite kanadische Goldriese betreibt in Red Lake, Ontario, die ertragreichste Goldmine der Welt. Auch in Mexiko und Südamerika macht der Konzern gute Geschäfte. Das Silbergeschäft wurde 2004 abgestoßen.

Platz 3

Anglogold Ashanti - 126 Tonnen

Aus der Fusion der südafrikanischen Anglogold und dem ghanaischen Goldkonzern Ashanti ist einer der weltgrößten Goldproduzenten hervorgegangen. Das Unternehmen betreibt unter anderem die tiefste Goldmine der Welt, die Mponeng-Goldmine, die 3770 Meter in die Erde reicht.

Platz 2

Newmont Mining - 154 Tonnen

Der Goldrausch der Amerikaner ist längst international. Der Minenbetreiber aus Denver, Colorado, baut Gold in Kanada, Bolivien, Australien, Ghana, Indonesien, Neuseeland, der Türkei, Peru und Usbekistan ab. Weltweit Spitze ist aber ein anderes Unternehmen.

Platz 1

Barrick Gold - 223,9 Tonnen

Der weltgrößte Goldproduzent kommt aus Kanada und betreibt weltweit 28 Minen, die meisten davon in Nord- und Südamerika. Aber auch in ausgefallenen Abbaugebieten wie Tansania, Sambia und in der Dominikanischen Republik schürft das Unternehmen nach Gold.

Zur Begründung verwiesen die Experten auf den Preisverfall, der es erschwere, Geschäftsbereiche so teuer zu verkaufen, dass das Geld für den Schuldenabbau reiche. Zudem entwickle sich das laufende Geschäft schlecht. 2015 brach der operative Gewinn um 55 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar ein, der Umsatz fiel um gut ein Viertel auf 23 Milliarden Dollar.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×