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08.12.2015

13:26 Uhr

Anglo American und Rohstoffkrise

Bergbaukonzern streicht zwei Drittel der Jobs

Die Rohstoffkrise findet ein weiteres Opfer: Anglo American streicht die Dividende und verordnet sich eine gewaltige Umstrukturierung. Zwei Drittel der Mitarbeiter bleiben dabei auf der Strecke.

Anglo American unterzieht sich einem Schrumpfkurs. AFP

Arbeiter in einer Platinmine

Anglo American unterzieht sich einem Schrumpfkurs.

FrankfurtDie Streichung der Dividende hat einen erneuten Ausverkauf bei Anglo American ausgelöst. Die Aktien des Bergbaukonzerns fielen an der Londoner Börse um knapp neun Prozent und markierten mit 336,1 Pence den dritten Tag in Folge ein Rekordtief.

Wegen der fallenden Rohstoffpreise will Anglo American für die zweite Jahreshälfte keine Dividende mehr zahlen. Außerdem soll die Zahl der Sparten auf drei halbiert werden. Aus diesem Grund werde der Verkauf von Geschäftsbereichen forciert, erklärte der Konzern.

Das Unternehmen will seine Mitarbeiterzahl von aktuell 135.000 auf 50.000 eindampfen und mehrere Bergwerke schließen, sagte Vorstandschef Mark Cutifani in einer Telefonkonferenz. Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Anglo American gerät durch die Talfahrt der Rohstoffpreise und das nachlassende Wirtschaftswachstum in China stark unter Druck. Der Konzern musste bereits Unternehmensteile verkaufen und Arbeitsplätze abbauen, um liquide zu bleiben. erstmals seit 2009 fällt nun die Dividende aus.

Im Sog von Anglo American verloren die Titel der Konkurrenten Rio Tinto, Antofagasta, Glencore und BHP Billiton bis zu 5,2 Prozent. Letztere litten allerdings zusätzlich unter drohenden Kosten in Milliardenhöhe zur Beseitigung der Umweltschäden durch den verheerenden Dammbruch in einer brasilianischen Mine.

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