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09.09.2014

15:07 Uhr

Angst vor Unabhängigkeit

Schottland-Referendum gefährdet Energieprojekte

Quelle:Bloomberg

Nächste Woche entscheiden die Schotten über ihre Zugehörigkeit zu Großbritannien. Dabei steht auch die Finanzierung von milliardenschweren Energieprojekten auf der Kippe. Das könnte auch deutsche Firmen treffen.

Schottische Freiheit: Am 18. September entscheiden die Einwohner Schottlands über ihre (Un-)Abhängigkeit. dpa

Schottische Freiheit: Am 18. September entscheiden die Einwohner Schottlands über ihre (Un-)Abhängigkeit.

GroßbritannienSollte sich Schottland bei der anstehenden Volksabstimmung für die Unabhängigkeit entscheiden, werden dadurch milliardenschwere Energieprojekte gefährdet, warnt ein Stromversorger. Erneuerbare-Energie-Projekte mit Investitionen von 14 Mrd. Pfund (17,5 Mrd. Euro) und 12.000 Mitarbeitern stehen dann auf der Kippe, da sich die Frage stellt, woher Entwickler die Subventionen erhalten sollen.

Sollte sich Schottland bei der Volksbefragung am 18. September für eine Auflösung der Union mit England entscheiden, müssten die beiden Länder erst einmal verhandeln, wie die Stromkosten aufgeteilt werden sollen, erklärt Green Energy, ein Versorger von knapp 20.000 britischen Kunden.

Derzeit werden schottische Projekte durch ein landesweites Programm gefördert, dessen Fortbestand nördlich der Grenze fraglich wäre, sollten sich die beiden Länder trennen. Schottland exportiert etwa ein Viertel des in seinen Grenzen erzeugten Stroms, etwa 43 Prozent der britischen Windenergie- Kapazitäten entfallen auf das Land. Derzeit befinden sich Energieprojekte mit einer Leistung von 13 Gigawatt in Schottland in der Planungsphase, das entspricht 15 Prozent der britischen Kapazitäten.

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„In Schottland geplante Projekte werden möglicherweise gestrichen, denn wer soll die Rechnungen zahlen?“, fragt Doug Stewart, der Konzernchef von Green Energy, im Interview in London. „Im Moment entscheiden das Ministerium für Energie und Klimawandel (DECC) und der Regulierer für die Gas- und Strommärkte (Ofgem) über die Subventionen, aber das sind britische Institutionen. Wenn ihre Zuständigkeit nicht mehr Schottland umfasst, woher sollen die Mittel dann kommen?“

Es kommt überaus selten vor, dass sich Top-Manager aus der Branche für erneuerbare Energien in die Diskussion über die Unabhängigkeit Schottlands einmischen. Die meisten Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern. Größere Versorger wie SSE und Scottish Renewables wollten auf Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg keinen Kommentar abgeben, und Eon und Scottish Power erklärten, dass sie das Abstimmungsergebnis der Schotten abwarten wollen.

Kommentare (1)

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Herr Theo Gantenbein

09.09.2014, 16:28 Uhr

Ach, würde man uns doch die Freiheit lassen uns von der EUdSSR zu befreien!

Aber der Michel ist ein Schaf und kein Braveheart ...

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