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21.03.2017

13:29 Uhr

Arcelor-Mittal

Stahlgigant tritt für weltweite Konsolidierung ein

Die Stahlbranche leidet bereits seit Jahren unter Überkapazitäten. Arcelor-Mittal, der größte Stahlkonzern der Welt, spricht sich nun für eine weitere Konsolidierung der Branche aus.

Der Stahlkonzern blickt optimistisch in die Zukunft und treibt seine weltweite Konsolidierung voran. dpa

ArcelorMittal

Der Stahlkonzern blickt optimistisch in die Zukunft und treibt seine weltweite Konsolidierung voran.

DüsseldorfDer weltgrößte Stahlkonzern Arcelor-Mittal hat sich für eine weitere Konsolidierung der Schwerindustrie ausgesprochen. „Wir glauben, dass weltweit und nicht nur in Europa eine Konsolidierung vorankommen sollte“, sagte der Deutschland-Chef des Konzerns, Frank Schulz, am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf. Auch die angestrebte Übernahme des italienischen Stahlwerks Ilva durch Arcelor-Mittal sei ein Teil der Konsolidierung, weil dabei Synergien geschaffen werden sollten. „Wir sind auch überzeugt, dass andere Unternehmen in die Richtung gehen sollten.“

Zu den laufenden Fusionsgesprächen zwischen den Rivalen Thyssen-Krupp und Tata Steel wollte sich der Manager nicht äußern. Die beiden Konzerne sprechen bereits seit dem vergangenen Jahr über die Zusammenlegung ihrer Stahlgeschäfte, durch die die Nummer zwei in Europa nach Arcelor-Mittal entstehen würde. Die Branche klagt seit Jahren über Überkapazitäten, verweist dabei aber vor allem auf China – den weltweitgrößten Stahlproduzenten. Schulz betonte, dass Arcelor-Mittal in den vergangenen Jahren selbst die Konsolidierung vorangetrieben habe. So habe der Konzern vier Hochöfen stillgelegt.

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Pläne das Werk Ilva stillzulegen gebe es aber nicht, sagte der Manager. Arcelor-Mittal Europe verfüge in Italien bislang über keine reinen Stahlerzeugungsanlagen, setze dort aber acht Prozent seiner Produkte ab. Italien sei nach Deutschland der zweitgrößte Stahlmarkt in Europa. Von dort würden auch Nordafrika und die Türkei beliefert.

Nach Reuters-Informationen hat Arcelor-Mittal zusammen mit dem italienischen Konzern Marcegaglia ein Angebot von 1,6 Milliarden Euro für das seit Jahren Verluste schreibende süditalienische Werk Ilva eingereicht, trifft aber auf Konkurrenz unter anderem durch den indischen Konzern JSW Steel. Das Werk nahe der Stadt Tarent hat eine Kapazität von über elf Millionen Tonnen und ist damit das größte in Europa.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).


Im Jahr 2016 wurden dort aber nur 5,8 Millionen Tonnen von dem Werkstoff produziert. Die italienische Regierung hatte Ilva 2015 verstaatlicht.

ArcelorMittal ist auch in Deutschland stark vertreten. Der Konzern betreibt Werke in Duisburg, Bremen, Hamburg und Eisenhüttenstadt mit insgesamt mehr als 9000 Beschäftigten. Schulz äußerte sich zuversichtlich für die Entwicklung der Geschäfte. Die Abnehmerbranchen seien in guter Verfassung, die Nachfrage und auch die Preise hätten angezogen. „Wir blicken recht optimistisch auf das Jahr 2017 und 2018.“

Von

rtr

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