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10.02.2017

10:49 Uhr

Arcelor-Mittal

Stahlriese kehrt in Gewinnzone zurück

Der Verfall der Stahlpreise hat der Branche schwer zu schaffen gemacht. Nun geht es wieder aufwärts. Der weltgrößte Stahlhersteller schreibt erstmals nach vier Verlustjahren schwarze Zahlen.

Der Stahlkonzern konnte im vergangenen Jahr einen satten Gewinn mitnehmen. Reuters, Sascha Rheker

Arcelor-Mittal in Gent

Der Stahlkonzern konnte im vergangenen Jahr einen satten Gewinn mitnehmen.

LuxemburgDer weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal profitiert von der Erholung der Stahlpreise. Nach vier Verlustjahren in Folge verdiente der Thyssen-Krupp-Rivale im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden US-Dollar (1,7 Milliarden Euro). „2016 war ein Jahr des Fortschritts für Arcelor-Mittal, geprägt von einem sich bessernden Marktumfeld“, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal am Freitag in Luxemburg. 2015 war noch ein Verlust von 7,9 Milliarden Dollar angefallen.

Mittal zeigte sich auch fürs laufende Jahr hoffnungsvoll: „Wir sind mit Rückenwind ins Jahr 2017 gestartet.“ Die gestiegene Zuversicht spiegele sich auch in der Entscheidung wider, die Investitionen hochzufahren. Die Erholung geschehe aber von einer niedrigen Basis aus, warnte Mittal. Es gebe weiterhin Überkapazitäten und Marktverzerrungen. Er verwies dabei auf Chinas Stahlindustrie, die den Herstellern in den Industrieländern seit langem ein Dorn im Auge ist.

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Der Preisdruck in der Stahlbranche belastet Thyssen-Krupp weiter. Die Gespräche über eine Zusammenlegung der Sparte mit Tata ziehen sich weiter hin. In anderen Konzernenteilen läuft es allerdings besser.

Sorgen, dass eine protektionistische Politik der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Stahlhersteller ausbremsen könnte, zeigte Mittal nicht: Arcelor-Mittal bediene das US-Geschäft aus den USA heraus. Der Konzern hat mehr als zwei Dutzend Standorte im Land, darunter Stahlwerke und Minen.

Gigantische Abschreibungen wegen des Preisverfalls bei Stahl und dessen Rohstoffen hatten das Unternehmen im Jahr 2015 schwer belastet. Arcelor-Mittal kämpft dagegen mit Einsparungen an. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) kletterte von 5,2 Milliarden auf annähernd 6,3 Milliarden Dollar.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Dagegen schrumpfte der Umsatz wegen eines niedrigeren Absatzes von Stahl und insbesondere Eisenerz um knapp 11 Prozent auf 56,8 Milliarden Dollar, wobei sich der Rückgang im letzten Jahresviertel deutlich verlangsamte.

Die Lage in der Stahlindustrie hat sich entspannt, seitdem die wichtige chinesische Wirtschaft wieder runder läuft. Zudem gibt es in den USA und Europa Bestrebungen, die Märkte vor chinesischen Stahlimporten zu schützen – so wurden erste Einfuhrzölle erhoben. Die Hersteller in den Industrieländern werfen den Chinesen seit geraumer Zeit vor, Preisdumping zu betreiben.

Von

dpa

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