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26.02.2016

11:09 Uhr

Areva

Atomriese macht erneut Milliardenverlust

Der Atomkonzern Areva steckt seit Jahren tief in den roten Zahlen. Nun sieht das Unternehmen Fortschritte, doch es bleibt viel zu tun. Der Rettungsplan sieht eine Umstrukturierung der französischen Atomindustrie vor.

Der Areva-Chef muss erneut einen Milliardenverlust verkünden. Reuters

Philippe Knoche

Der Areva-Chef muss erneut einen Milliardenverlust verkünden.

ParisDer schwer angeschlagene französische Atomkonzern Areva hat erneut einen Milliardenverlust verbucht. Unter dem Strich verlor das staatlich kontrollierte Unternehmen im vergangenen Jahr zwei Milliarden Euro, wie es am Freitag bei Paris mitteilte. Es ist das fünfte Verlustjahr in Folge. 2014 war das Minus mit 4,8 Milliarden Euro allerdings noch mehr als doppelt so groß.

Der Atomriese steckt in einem tiefgreifenden Umbau, er hatte im vergangenen Jahr nach dem Rekordverlust die Streichung von bis zu 6000 Stellen angekündigt. Um den Konzern zu retten, ist eine Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro geplant – Frankreichs Präsident François Hollande gab dafür vor einigen Wochen grünes Licht. Der Staat will den Großteil der Finanzspritze stemmen. Zudem soll der ebenfalls staatseigene Energieversorger EDF das Atomreaktorgeschäft von Areva übernehmen.

Areva: Französischer Atomkonzern sichert sich Brückenkredit

Areva

Französischer Atomkonzern sichert sich Brückenkredit

Der französische Atomkonzern Areva hat sich von sechs Banken einen milliardenschweren Brückenkredit gesichert. Damit soll die Finanzierung des Sanierungskurses gewährleistet werden.

Um seine Liquidität zu sichern, handelte Areva gerade mit sechs Banken einen Brückenkredit über 1,1 Milliarden Euro aus - deshalb wurde kurzfristig sogar die Vorlage der Jahresbilanz um 24 Stunden verschoben. Damit sei die Finanzierung für dieses Jahr gesichert, erklärte Areva-Chef Philippe Knoche.

Er sprach mit Blick auf das Ergebnis des vergangenen Jahres von einem Fortschritt. „Der Wettbewerbsfähigkeits-Plan des Konzerns hatte eine sehr positive Auswirkung auf Kosten und Cash“, sagte er. Seinen Umsatz konnte das Unternehmen von knapp 4 auf rund 4,2 Milliarden Euro steigern. Der Auftragsbestand sank um 3,1 Milliarden Euro auf rund 29 Milliarden Euro.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Knoche erläuterte, die Hälfte des Verlustes stamme aus Rückstellungen für Umstrukturierungen und Abschreibungen im Zusammenhang mit Marktbedingungen. Der Rest ist demnach auf zusätzliche Rückstellungen für das Problem-Projekt des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) auf der finnischen Insel Olkiluoto zurückzuführen, das sich immer wieder verzögert hatte. Areva erklärte, es sei in Gesprächen mit seinem finnischen Partner TVO, um die Fertigstellung des Projekts sicherzustellen und Streitfragen zu klären.

Von

dpa

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