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30.07.2015

10:35 Uhr

Areva-Reaktorsparte

EDF will französischen Atomkonzern retten

Die Fukushima-Katastrophe hat Areva zu schaffen gemacht. Der französische EDF schaltet sich nun in die Rettung des Konkurrenten ein. EDF übernimmt die Reaktorsparte des angeschlagenen Rivalen.

Der französische Energiekonzern schaltet sich in die Rettung des heimischen Rivalen Areva ein. dapd

Energieversorger EDF

Der französische Energiekonzern schaltet sich in die Rettung des heimischen Rivalen Areva ein.

ParisDer französische Stromriese EDF übernimmt das Reaktorgeschäft des angeschlagenen Atomkonzerns Areva. Die beiden mehrheitlich vom Staat kontrollierten Unternehmen besiegelten am Donnerstag in Paris eine Vereinbarung, wonach EDF zwischen 51 und 75 Prozent der Areva-Reaktorsparte Areva NP (Nuclear Power) übernehmen wird.

Der Anteil von Areva wird künftig bei „höchstens 25 Prozent“ liegen, es könnten also noch weitere Partner Anteile übernehmen. Areva NP wird bei dem Geschäft mit 2,7 Milliarden Euro bewertet.

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Durch den Verkauf der Mehrheitsanteile bekommt Areva dringend benötigtes frisches Geld. Zugleich bedeutet die Vereinbarung das Ende eines umfassenden Geschäftsmodells, das derzeit Aktivitäten vom Uranabbau über den Reaktorbau bis hin zur Wiederaufarbeitung von Brennstäben umfasst.

Der französische Staat, der 87 Prozent der Areva-Anteile und 84,5 Prozent der EDF-Anteile hält, hatte beide Konzerne angesichts der Schwierigkeiten Arevas zu einer Annäherung gedrängt. Grundsätzlich wurde die Übernahme des Reaktorgeschäfts von Areva, das den Bau und die Wartung von Reaktoren umfasst, durch EDF bereits Anfang Juni beschlossen.

Areva hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von fast fünf Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die Finanzbedarf bis 2017 wird auf sieben Milliarden Euro geschätzt. Der Staat hat eine Finanzspritze zugesagt, über die aber erst nach der Sommerpause entschieden werden soll. Areva hat zudem bereits angekündigt, sich von einem US-Tochterunternehmen zu trennen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

30.07.2015, 10:57 Uhr

AREVA bearbeitet die Geschäftsfelder Kernbrennstoff, Wartung, Reparatur, Erneuerung der bestehdenden KKW und das Geschäftsfeld des Neubaus von KKW.

Für einen staatsnahen, französischen Konzern sind Begriffe wie Profit, Effizienz neoliberale Kampfbegriffe.

Im Bereich des Services, Brennstoffe ist AREVA profitabel bei Neubauten hat AREVA meist das Nachsehen gegenüber Koreanern und Russen. Die Neubauengagements sind hochgradig defizitär.

Bei Neubauten hat man die völlig überzogenen Vorschriften, Auflagen zur Sicherheit in der EU angeregt und unterstützt um Atomenergoprom und andere internationale Wettbewerber aus dem Europäischen Markt fern zu halten. Das Ergebnis ist dass ein umweltfreundliches Kernkraftwerk in Europa fast 9 Mrd. € kostet und Neubauten derselben rar sind. Im Vergleich, ein CPR1000* KKW kostet in China 2 Mrd. $*, ein koreanisches Kernkraftwerk in Abu Dhabi 4 Mrd. $.

Hilfreich wäre es den Staatskonzern aufzubrechen und die Auflagen, Zertifizierungsanforderungen etc. auf ein vernünftiges Mass zurückzudrängen.

*Die Leistungen sind unterschiedlich. Leistung EPR ca. 1700 MW, CPR1000 ca. 1100MW, Korea ca. 1400 MW.

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