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20.02.2017

13:35 Uhr

Atomausstieg

Vattenfall will Klage gegen Deutschland vorantreiben

Der schwedische Energiekonzern will für den Atomausstieg in Deutschland entschädigt werden. Der Konzern ist an mehreren Atomkraftwerken beteiligt und will vor einem internationalen Schiedsgericht in den USA klagen.

Unter anderem am Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein ist Vattenfall beteiligt – inzwischen wurde es im Zuge des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs stillgelegt. Vattenfall will für die Ausfälle entschädigt werden. dpa

Stillgelegtes Atomkraftwerk

Unter anderem am Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein ist Vattenfall beteiligt – inzwischen wurde es im Zuge des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs stillgelegt. Vattenfall will für die Ausfälle entschädigt werden.

FrankfurtDer Energiekonzern Vattenfall treibt vor einem internationalen Schiedsgericht seine Schadenersatzklage wegen des Atomausstiegs in Deutschland voran. „Wir halten an unserer Klage in Washington fest. Wir wollen fair entschädigt werden“, sagte Finanzchef Stefan Dohler in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Urteil werde im Sommer erwartet. Vattenfall ist in Deutschland unter anderem an den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel beteiligt, die nach dem Beschluss von 2011 zum beschleunigten Atomausstieg endgültig stillgelegt wurden. Die Schweden klagen vor dem Schiedsgericht auf Schadenersatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Forderungen von Umweltschützern laut geworden, die Versorger sollten sämtliche Atomklagen fallenlassen. Die Konzerne sind aber nur zu einem Teilverzicht bereit.

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„Vattenfall ist erst 2000 nach Deutschland gekommen. Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir jahrzehntelang Gewinne mit unseren Kernkraftwerken in Deutschland gemacht haben. Das Argument kaufe ich nicht“, betonte Dohler.

Geeinigt hatte sich die Bundesregierung mit den AKW-Betreibern Eon, RWE, EnBW und Vattenfall auf eine Lösung in der Atommüllfrage. Nach der Vereinbarung mit der Regierung sollen die Versorger 23,6 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds zahlen, der die Zwischen- und Endlagerung des strahlenden Mülls übernimmt. Auf Vattenfall entfallen 1,8 Milliarden Euro. „Wir wollen die 1,8 Milliarden Euro in einem Schritt im Sommer überweisen. Wenn wir das nicht täten, hätten wir eine heftige Zinsbelastung“, kündigte Dohler an. Der Abriss der Meiler bleibt in der Verantwortung der Betreiber.

Von

rtr

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