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11.12.2015

09:26 Uhr

Aurubis

Aktie fällt trotz Rekordgewinn

Aurubis erzielte in diesem Jahr ein Rekordergebnis. Doch der Kupferhersteller zweifelt daran, dass 2016 ähnlich gut verläuft – und senkt seine Gewinnprognose. Die Aktionäre stoßen die Papiere ab.

Anodengießrad des Kupferkonzerns: „Eine Besserung auf diesen sehr volatilen Märkten ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar.“ dpa

Kupferkonzern Aurubis in Hamburg

Anodengießrad des Kupferkonzerns: „Eine Besserung auf diesen sehr volatilen Märkten ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar.“

HamburgEuropas größter Kupferhersteller Aurubis rechnet nach einem Rekordgewinn nun mit einer Eintrübung des Geschäfts. „Insgesamt erwarten wir eine gewisse Normalisierung unseres Geschäfts und auch für das Geschäftsjahr 2015/16 ein gutes Ergebnis, das jedoch nicht an das diesjährige Rekordergebnis anknüpfen wird. Im Vergleich mit dem sehr guten Vorjahr rechnen wir deshalb mit einem deutlich geringeren operativen Ergebnis vor Steuern“, sagte Vorstandssprecher Erwin Faust. Die Prognose sorgte vorbörslich für Gewinnmitnahmen, die Aktie verlor zwischenzeitlich bis zu zehn Prozent.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Aurubis den operativen Vorsteuergewinn noch auf 343 Millionen Euro mehr als verdoppeln. „Das Ergebnis übertrifft deutlich unsere Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres“, sagte Faust. Das sei insbesondere auf deutlich gestiegene Schmelz- und Raffinierlöhne für Kupferkonzentrate und Altkupfer, weltweit gestiegene Schwefelsäurepreise sowie eine höhere Kathodenprämie zurückzuführen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Der stark vom Metallpreis abhängige Umsatz ging hingegen um zwei Prozent auf knapp elf Milliarden Euro zurück. Die operative Rendite auf das eingesetzte Kapital stieg auf 18,7 von 8,5 Prozent. Im laufenden Jahr erwartet Aurubis auch hier einen Rückgang. Die Aktionäre sollen mit einer erhöhten Dividende von 1,35 Euro nach einem Euro im Vorjahr am Rekordergebnis beteiligt werden.

Grund für das geringe operative Ergebnis sei unter anderem, dass das Angebot an den Altkupfermärkten knapp sei, die Raffinierlöhne niedrig. Die Schwefelsäuremärkte seien von einem Angebotsüberschuss mit Druck auf die Preise gekennzeichnet. „Eine Besserung auf diesen sehr volatilen Märkten ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar“, erklärte der Konzern. Die Nachfrage nach Kupfer werde weltweit schwächer erwartet.

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Mit dem sonst guten Ergebnis setzt sich Aurubis deutlich von anderen Rohstoffkonzernen ab. Nach Codelco, Chile, und Freeport McMoran, USA, ist das Hamburger Unternehmen weltweit der drittgrößte Produzent von raffiniertem Kupfer. Jährlich werden an den Produktionsstandorten in Europa und den USA etwa 1,1 Millionen Tonnen Kupferkathoden produziert. Daraus entstehen diverse Kupferprodukte. Etwa zwei Drittel des Metalls wird zu Kabeln und Draht verarbeitet, die von der Elektro- und Elektronikindustrie oder der Automobilindustrie weiterverarbeitet werden.

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