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12.08.2014

10:00 Uhr

Ausfälle in Libyen und Jemen

Gewinn von Ölkonzern OMV fast halbiert

Ausfälle in Libyen: Lieferschwierigkeiten machen OMV zu schaffen. Dazu kommen niedrige Raffineriemargen – im zweiten Quartal hat sich der Gewinn fast halbiert. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Der Gewinn des österreichischen Ölkonzerns hat sich im zweiten Quartal fast halbiert. Reuters

Der Gewinn des österreichischen Ölkonzerns hat sich im zweiten Quartal fast halbiert.

WienBeim österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV laufen die Geschäfte derzeit alles andere als geschmiert. Vor allem bei der Weiterverarbeitung von Öl etwa zu Treibstoffen drücken die geringe Nachfrage und ein ruinöser Wettbewerb die Renditen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Eine Trendwende sei für das laufende Jahr nicht mehr zu erwarten. Neben der schwachen Raffineriemarge machen den Wienern aber auch Lieferausfälle in krisengebeutelten Ländern wie Libyen oder Jemen zu schaffen.

Im Jemen sei die Produktion in diesem Jahr für rund einen Monat unterbrochen gewesen, in Libyen stehe sie seit März komplett still. Zudem habe der schwächere US-Dollar gegenüber dem Euro einen negativen Effekt auf die Ergebnisse gehabt. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Clean CCS Ebit) brach im zweiten Quartal um fast die Hälfte auf 369 Millionen Euro ein. OMV liegt damit klar unter den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem bereinigten Ebit von 407 Millionen Euro gerechnet hatten.

Vor allem im größten Geschäftsbereich, Exploration und Produktion, schrumpfte der Gewinn stark. Grund sei, dass die Produktion in Norwegen höhere Kosten verursache als etwa in Libyen. Zum einen ist der Betrieb einer Bohrinsel im Meer teurer als die Produktion an Land. Zum anderen fallen in Norwegen höhere Steuern an. Die OMV hatte im vergangenen Jahr Öl- und Gasfelder in der Nordsee für mehr als zwei Milliarden Euro gekauft. Das war der bisher größte Zukauf des Unternehmens.

Für 2014 erwartet der Konzern unverändert ein Produktionsniveau von rund 310.000 Barrel pro Tag, wenn in Libyen kein weiteres Öl mehr produziert werden sollte. Da die Ölförderanlagen in dem nordafrikanischen Land aufgrund des Bürgerkrieges seit März stillstehen, musste OMV bereits im Mai das Produktionsziel kürzen. Ursprünglich hatte der Konzern damit gerechnet, dank neuer Quellen in Norwegen und Großbritannien die Produktion auf 320.000 bis 340.000 Barrel pro Tag steigern zu können.

Der Ausfall der Produktion in Libyen trifft die OMV hart. Aus dem Land bezieht das Unternehmen in Friedenszeiten rund zehn Prozent des Öls. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi wird das Land von Unruhen erschüttert, die auch die Ölförderung bremsen. Kompensieren wolle die OMV die Lieferausfälle in Libyen und Jemen durch eine höhere Produktion in Norwegen.

Die norwegischen Felder Gudrun und Gullfaks sollen die Produktion bis Jahresende auf rund 40.000 Barrel pro Tag steigern. „Ich blicke optimistisch in die zweite Jahreshälfte, in der wichtige E&P-Projekte wie etwa Gudrun oder Maari Growth die Produktion steigern werden, um unsere Ziele zu erfüllen“, sagte Firmenchef Gerhard Roiss. Das Ölfeld Maari liegt in Neuseeland.

Von

rtr

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