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18.12.2013

16:53 Uhr

Ausverkauf abgeschlossen

Alle Conergy-Töchter an den Mann gebracht

Mit drei Übernahmen hat der Insolvenzverwalter den Solarkonzern Conergy abgewickelt. Die Käufer kommen auch aus China und den USA. Nicht alle der rund 1000 Arbeitsplätze können erhalten werden.

Das Werk der Conergy SolarModule GmbH in Frankfurt (Oder) ist in dieser Form Geschichte. dpa

Das Werk der Conergy SolarModule GmbH in Frankfurt (Oder) ist in dieser Form Geschichte.

DüsseldorfDer Ausverkauf des insolventen Solarkonzerns Conergy ist abgeschlossen. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Nordwest Industrie Group steigt beim Gestellproduzenten Mounting Systems ein. Ein entsprechender Kaufvertrag sei am Mittwoch unterzeichnet worden, zum Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Conergy mit. Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz habe damit die dritte und letzte Übernahme im Insolvenzverfahren der Conergy-Gruppe abgeschlossen. Rund 740 der ehemals rund 1000 Arbeitsplätze seien damit gesichert. „Wir sind überzeugt, dass wir für jedes Unternehmen den passenden Investor und Partner gefunden haben”, bilanzierte Undritz.

Zuvor war die für 250 Millionen Euro und mit staatlicher Hilfe gebaute Solar-Fabrik in Frankfurt/Oder an Astronergy gegangen, eine Tochter des chinesischen Industriekonzerns Chint. Die wesentlichen Vertriebsaktivitäten von Conergy mit rund 350 Mitarbeitern hatte der US-Finanzinvestor Kawa Capital übernommen. Conergy war im Sommer in die Pleite geschlittert.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Nach dem durch die chinesische Konkurrenz befeuerten Preisverfall mussten auch andere Firmen der mit Milliarden Euro subventionierten deutschen Branche den Gang zum Amtsgericht antreten - darunter Solon, Q-Cells, Centrotherm und Solarhybrid. Zuletzt war auch der Anlagenbauer S.A.G. Solarstrom mit rund 200 Mitarbeitern in die Knie gegangen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Daddy

18.12.2013, 17:33 Uhr

Clever gemacht ,ihr Chinesen !Erst durch staatliche chinesische Subventionen der eigenen Solarindustrie die deutsche kaputt gemacht und nach den deutschen Pleiten diese billig übernommen .Bis die deutsche Regierung gemerkt
hat was da vorsich geht,war das Kind schon lange in den
Brunnen gefallen.Da haben die Amerikaner wesentlich
schneller gehandelt.Die Zölle angehoben,fertig .Sehr
effektiv wie sich gezeigt hat.Die Solarindustrie drüben
funktioniert bestens.

Klingone

23.12.2013, 12:15 Uhr

Conergy verkauft eine der größten Pleiten in der Geschichte als Erfolg ! Unfassbar.

Ja, das sind unsere Wunschpartner seit langem....besser könne es nicht laufen....wir sind die größten. Die größten Kapitalvernichter seit der dot.com-Blase.

Wartet man ab, Chinesen sind knallhart. Die lassen sich einen solchen Unsinn nicht erzählen.

Sammelklage lautet das Gebot der Stunde.

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