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15.02.2016

15:42 Uhr

Baschneft

Russischer Ölkonzern soll teilprivatisiert werden

Russland will Anteile am wichtigen Ölkonzern Baschneft privatisieren. Grund ist das Defizit im Staatshaushalt. Auch die Teilprivatisierung des größten russischen Erdölproduzenten ist im Gespräch.

Der Absturz der Ölpreise hat die Rohstoffmacht Russland in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt. Reuters

Russisches Ölfeld

Der Absturz der Ölpreise hat die Rohstoffmacht Russland in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt.

MoskauWegen seines Haushaltsdefizits will Russland unter anderem Anteile am wichtigen Ölkonzern Baschneft privatisieren. Das kündigte Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew am Montag der Agentur Interfax zufolge an.

Demnach sollen bis zu 25 Prozent der Aktien des Ölförderers auf den Markt geworfen werden. Die Regierung erwägt auch eine Teilprivatisierung des größten russischen Erdölproduzenten Rosneft.

Der Absturz der Ölpreise hat die Rohstoffmacht Russland in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt. Der ursprüngliche Haushaltsentwurf für 2016 basierte auf einem mittleren Preis von 50 US-Dollar je Barrel (159 Liter). In den vergangenen Wochen kostete das Barrel jedoch um die 30 Dollar.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Nach eigenen Angaben hatte Baschneft die Ölförderung im vergangenen Jahr um 11,9 Prozent im Vergleich zu 2014 auf fast 20 Millionen Tonnen gesteigert. Die wichtigsten Förderstätten des Unternehmens liegen im Ural- und Wolgagebiet sowie in Westsibirien. Experten schätzen die Reserven des Konzerns auf rund 2,3 Milliarden Barrel, die Firma gehört zu den zehn wichtigsten Ölförderern in Russland.

Baschneft, 1932 gegründet, hat seinen Sitz in Ufa, Hauptstadt der Teilrepublik Baschkortostan.

Von

dpa

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