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19.09.2013

07:25 Uhr

BDI

Industrie legt Plan für Energiewende vor

ExklusivAm Sonntag wird gewählt. Für die zukünftige Regierung hat der Bundesverband der Industrie einen Masterplan für die Energiewende ausgearbeitet. Vor allem in der Förderung der Erneuerbaren fordert er drastische Einschnitte.

„Die Bundesregierung führt die Fäden nicht zusammen“: Der BDI ist mit dem Management der Energiewende nicht zufrieden. dapd

„Die Bundesregierung führt die Fäden nicht zusammen“: Der BDI ist mit dem Management der Energiewende nicht zufrieden.

BerlinDie Wirtschaft will bei der Umsetzung der Energiewende nicht länger auf die Politik warten: Mit umfassenden „Handlungsempfehlungen“ präsentiert der Bundesverband der Industrie (BDI) ein eigenes Konzept. „Wir erwarten, dass die nächste Bundesregierung innerhalb der ersten 100 Tage mit allen Akteuren einen verlässlichen Fahrplan für die dringend notwendigen Reformen erarbeitet. Unsere Handlungsempfehlungen bieten dafür eine solide Basis“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe).

Die Kernpunkte der Handlungsempfehlungen, die dem Handelsblatt vorliegen: Damit ausreichend fossile Kraftwerke am Netz bleiben, soll zunächst eine „strategische Reserve“ eingerichtet werden, später sollen Kapazitätsmärkte geschaffen werden. Für neue Windräder oder Photovoltaikanlagen soll es künftig keine festen Einspeisevergütungen mehr geben. Die Betreiber müssten den Strom dann selbst verwerten und erhielten zusätzlich eine Prämie, die sie ersteigern müssen.

Der BDI greift mit seinem Masterplan verschiedene Konzepte auf und führt sie zusammen. „Unsere Handlungsempfehlungen sind mit allen 38 BDI-Mitgliedsverbänden abgestimmt. Sie vereinen daher ganz unterschiedliche Interessen“, sagt Kerber. Tatsächlich repräsentiert der BDI einerseits solche Unternehmen, die unter der Energiewende zu leiden haben, weil sie steigende Energiekosten schultern müssen. Andererseits spricht er aber auch für die Gewinner der Energiewende, also Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Elektroindustrie, die am Systemumbau verdienen.

Zugleich übt der BDI herbe Kritik an der Politik. Dort herrsche Stillstand, sagte Kerber. „Die Bundesregierung führt die Fäden nicht zusammen. Darum sehen wir es als unsere Pflicht an, die Diskussion voran zu treiben“, sagte Kerber.

Von

str

Kommentare (30)

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vandale

19.09.2013, 08:06 Uhr

Der BDI Plan für die "Energiewende" ist ein freundlich formuliertes Ausstiegsgesetz.

Die Forderung künftigen Anlagen "Erneuerbarer Energien" keine festgelegte Subvention mehr zukommen zu lassen, so dass sich diese aus den Erträgen finanzieren sollen, ist für diese hoffnungslos. Wind- und Solarstrom ist als Zufallsstrom nahezu wertlos.

Die Initiative ist begrüssenswert, ist sie doch eine mehr, oder minder freundliche Forderung nach dem Ausstieg aus der "Energiewende".

Vandale

HofmannM

19.09.2013, 09:15 Uhr

Das EEG gehört abgeschafft. Der Bestandschutz auf eine Selbstvermarktungs Basis gestellt. In Zukunft soll dann jeder Energieträger für sich am Markt im fairen Wettbewerb seinen Strom/Energie verkaufen. Die Energiewende muss durch die Marktwritschaft abgelöst werden!
Zum Wohl der deutschen Volkswirtschaft und damit für ein freies und wohlstandsförderndes Bürgertum.

hermann.12

19.09.2013, 09:41 Uhr

Wie gut die Vorschläge sind kann ich nicht beurteilen, aber es stört mich das wieder einmal ein Konzept entwickelt wurde, dass eine Mehrheit der Unternehmen zufrieden stellt.
Unternehmen sind sehr wichtig, keine Frage. Aber egal welche Reform angestrebt wird, sie muss primär auf die Masse aller Verbraucher ausgerichtet werden und nicht nur der der Unternehmen.
Natürlich darf eine Lösung zu Gunsten der Bürger der Wirtschaft nicht zuwiderlaufen. Aber die Prioritäten gehören so und nicht andersherum.
Sonst wackelt der Schwanz mit dem Hund!
Denn Zweck der Wirtschaft ist es die Bürger mit Wohlstand zu versorgen und nicht sich selbst. Und es ist irrig zu glauben, dass wenn es der Wirtschaft gut geht, es auch den Bürgern gut geht. Diese Schlussfolgerung ist nicht verlässlich. Umgekehrt ist es richtig.
Wir dürfen nicht vergessen, bei aller Bedeutung der Wirtschaft, das sie letztlich für die Bürger da ist und folglich auch die Prioritäten so zu setzen sind.

H.

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